Was ist es nur….

… was einige Arbeitnehmer dazu treibt die Gründung eines Betriebsrates zu verhindern und Ihren Arbeitgeber auch noch zu einem Gesetzesverstoß verleiten.

Da haben ein paar Kollegen die Idee, etwas in der Firma verändern zu wollen, weil sich der Großteil der Belegschaft über die Zustände in der Firma beschwert. Aus diesem Grund will man einen Betriebsrat gründen.

Doch warum will man das? Reicht es nicht wenn man geschlossen zum Chef geht und mal auf den Tisch haut?

Im Grunde schon. Aber der Betriebsrat hat mehr Vorteile als wenn man mit 50 Mann beim Alten im Büro auftaucht und dort dann durcheinander schreit was der einzelne will.

Ich vergleiche den Betriebsrat gerne mit dem Klassensprecher von damals als wir alle noch zu Schule gingen.

Der Klassensprecher hatte damals gewisse Aufgaben. Auch die Belange der Klasse dem Lehrer oder dem nächst höheren Organ (Direktor oder dessen Stellvertreter) vorzutragen.

Oder halt auch andersherum, Anliegen der Lehrer an die Klasse weiter zu geben.

Im Grunde genommen ist der Betriebsrat nichts anderes.

Die Unterschiede zum Klassensprecher liegen im Detail.

Der Betriebsrat besteht je nach Betriebsgröße aus einem Arbeitnehmer / Arbeitnehmerin + 2 Stellvertreter, kann aber auch mal locker eben 35 Mitglieder + deren Stellvertreter betragen.

Ich sage es gleich. Mitglied eines Betriebsrates, oder wie bei mir damals Betriebsobmann zu sein ist nicht leicht. Man muss als solcher die Belange der Arbeitnehmer und die wirtschaftlichen Belange des Betriebes mit einander kombinieren und bekommt dafür noch nicht mals mehr Geld. Aber auch nicht weniger.

Und viele unterliegen immer noch dem Irrglauben das man weiß Gott wie groß sein muss (vom Betrieb her) um einen Betriebsrat wählen zu können. Dabei reichen schon 5 Arbeitnehmer (wovon 3 Wählbar sein müssen) um einen solchen auf die Beine stellen zu können.

Die Aufgaben und Rechte eines Betriebsrates will ich hier nicht noch mal auflisten, aber die sind auch ganz gut bei Wikipedia aufgeführt.

Als Betriebsrat hat man die eine und auch andere Möglichkeit dem Chef in die Suppe zu spucken. Das kann sogar so weit gehen das der Betriebsrat aufgrund von gravierenden Sicherheitsmängeln, einzelne Betriebsteile stilllegen kann. Im Falle einer Spedition könnte das bedeuten das der eine oder andere LKW aufgrund von Technischen Mängeln (Bremsen defekt, etc.) dann eben nicht mehr losfährt sondern erst dann, wenn die Mängel behoben sind.

Um jeden sofort die Illusionen zu nehmen, der sich mit dem Thema auf absolutes Neuland begibt:

Viele wollen einen Betriebsrat gründen, damit man in Sachen Löhne etwas erreichen kann.

Der Betriebsrat kann und darf im Falle von einzelnen Arbeitnehmern in Sachen Lohn nur dann etwas erreichen, wenn es sich im Vorfeld bei Gesprächen zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat in Bezug auf die Einstellung des jeweiligen, um Fragen der Eingruppierung in die passende Lohngruppe handelt.

Wenn Karl Heinz nur 1200 Euro Brutto bekommt aber alle anderen 1800 Euro, dann kann der BR da nichts machen.

Aber man darf nicht vergessen: Der Betriebsrat an sich, ist für Arbeitnehmer das einzige Wirklungsvolle Instrument, gegen den ein Arbeitgeber rechtlich erst mal gar nichts machen kann.

Er darf noch nicht mal die Gründung eines solchen Verhindern. Egal was er macht, sei es die Betreffenden raus werfen, Androhung von Sanktionen etc. ist verboten! Er darf nichts aber auch gar nichts unternehmen um eine Gründung des Betriebsrates zu verhindern. Damit macht sich der Arbeitgeber strafbar.

Die Kollegen die der Meinung sind, eine Gründung des Betriebsrates zu verhindern, in dem Sie Ihren Chef davon in Kenntnis setzen, sollten nun darüber im Klaren sein, das Sie auch Ihren Arbeitgeber damit Schaden, sollte dieser dagegen etwas unternehmen.

Fälle wo es an die Öffentlichkeit kam gibt es leider noch zu wenig.

Einen Fall gab es 2010 in Herford, als Mitarbeiter des Betonwerkes Westerwelle einen Betriebsrat gründen wollten, der Arbeitgeber aber die Hauptverantwortlichen fristlos entlassen hatte. Nunja. Zum Leidwesen des Arbeitgebers, wurde die Fristlose Kündigung aufgehoben, der Betriebsrat gegründet und der Westerwelle durfte noch eine erhebliche Strafe zahlen.

Also liebe Miesmacher: Lasst die Kollegen einen Betriebsrat gründen, wenn Diese es wollen. Sie schaden euch damit in keinster Art und Weise, sondern Ihr Schadet eurer Firma wenn Ihr die Kollegen an euren Chef „ausliefert“.

Und Ihr habt auch auf Dauer nichts davon. Weder finanziell noch sonst in Irgendeiner Art und Weise. Denn egal was ist: Ihr seid wie jeder andere Malocher auch, nur eine Nummer in der Personalkartei. Und im Falle eines Falles wird eine solche Meldung ala „Chef Chef ich weiß da was“ sehr schnell vom Chef vergessen. Wenn man euch los werden will, dann geht das. Das weiß jeder Kraftfahrer. Mit einem Betriebsrat kann man das verhindern.

Denkt mal darüber nach.

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Ein Kommentar

  1. Das größtmögliche Problem dürfte aber dabei sein, dass selbst WENN es den gesetzlichen Anspruch auf einen "Betriebsrat" gibt, dass es gerade in "kleinen" Betrieben eine "Clique" gibt, welche mit dem "Cheffe" sprich der Führungetage eng verbandelt ist… .

    Meist habt "die" Clique dann das sagen und wird von den "Mitläufern" dann auch als "Betriebsrat" gewählt…

    Solllte es so so ein, dass die von mir genannte Kontellation gegeben ist, man "selbst" einen Betriebsrat (berechtigt) gründen wollte, dann die Kündigung erhält, vom Arbeitsgericht dann "Recht" bekommt, dass die Kündigung erst zum "nächsten einvernehmlichen Zeitpunkt" erfolgt, ist das Thema rechtlich zwar gegessen…

    Wie siehts aber "persönlich" aus? In einer begrenzten Region kennen sich die mittelständischen Unternehmer oft "persönlich"…. .

    Da kann man dann "nie" nachweisen, "warum" eine Bewerbung bei einem solchen dann mit Mißerfolg "gekrönt" war… .

    Also… hält jeder schön die Schnauze und hofft, dass er in naher Umgebung "woanders" unterkommen kann…

    DAS IST die REALITÄT… .

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