Da sagen wir doch danke EU!

Als LKW Fahrer bekommt man eine Menge mit. Ist man dann noch zusätzlich Gewerkschaftsfunktionär, bekommt man noch mehr mit.

Letztes Jahr wurde dann endgültig die Arbeitnehmerfreizügigkeit eingeführt und schon da habe ich zu meinem Landesvorsitzenden Reinhard gesagt, das wird der Anfang vom Ende.Wie sich jetzt zeigt, lag ich damit gar nicht so falsch. Erst war es die Spedition Paul Schockemölle, die einen „Teil“ der Deutschen Kollegen gegen Osteuropäische Fahrer ausgetauscht haben (hier bekamen die Deutschen Fahrer die Kündigung) und nun gibt es wieder so ein Fall, wie man in verschiedenen Sozialen Netzwerken lesen kann. Es handelt sich hierbei um die Spedition Emons, die sowohl in Deutschland als auch im Osteuropäischem Ausland die eine und auch andere Niederlassung hat. In diesem Fall trifft es die Niederlassung in Haldensleben. Hier haben auch die Deutschen Fahrer Ihre Kündigung erhalten. Hintergrund ist der: Sie sollen auch durch Osteuropäische Fahrer ersetzt werden. Und natürlich würde man das dort niemals öffentlich Zugeben. Aber irgendwann kommt es dann doch raus….

Dieser Fall ist auch in unseren Gewerkschaftskreisen schon etwas länger bekannt, aber leider ist man da als Gewerkschaft in gewisser Hinsicht Machtlos, da in solchen Betrieben keine Mitglieder vorhanden sind, für die man sich einsetzen könnte. Das hat man nun als Fahrer davon, das man sich weigert in einer Gewerkschaft Mitglied zu werden. Da hätte man mal streiken können. Aber…

Auch wenns eine riesengroße Schweinerei ist, so ist es, ich sage mal Teilweise sogar legal. Dank der EU und Ihrer Arbeitnehmerfreizügigkeit.

ABER: Die Regelung das nun jeder EU Bürger in jedem EU Land arbeiten darf ohne da wohnen zu müssen besagt ja, das man auch den jeweiligen Üblichen Lohn / Mindestlohn der Branche bekommen muss. Was ist jetzt aber wenn es keinen Mindestlohn gibt?

Es liegt ja eigentlich klar auf der Hand. Lohndumping und Qualitätsdefiziete bis zum geht nicht mehr. Rumänische und Bulgarische Fahrer werden hier in Deutschland für 400 € / pro Monat von etwaigen Vermittlern angeboten. Diese müssen dafür aber fahren bis zum, naja bisschen übertrieben aber, eben bis zum Tod. Pausen gibt es nicht, geschlafen wird dann, wenn man nicht mehr gebraucht wird.

Solches Handeln zeigt doch wieder, das es keinen Fahrermangel gibt. Die großen Speditionen scheinen, wie diese beiden Beispiele zeigen, gar kein Interesse daran, das sich etwas an der Situation ändert. Man wird sogar noch vom Arbeitgeberverband BGL darin bestärkt.
Wie schrieb doch gleich noch ein gewisser Prof. Dr. Karlheinz Schmidt vom BGL in einer Email an den Pressesprecher der KFG?:

Offen gestanden sehe ich auf dieser Grundlage keine Möglichkeit, eine enge Zusammenarbeit anzustreben. Der „Rundumschlag“ auf die Verantwortlichen (u.a. Arbeitgeber), die die Situation in der Transportbranche ignoriert und nichts unternommen hätten, widerspricht allen Fakten und ist nachweislich falsch.

Gemeint ist eine Pressemitteilung zum Thema Fahrermangel und auch Sklaven der Wirtschaft von Willy Schnieders (Bundesvorsitzender der Kraftfahrergewerkschaft).

 

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Bildquellen

  • EUrelations_withother_countries: Netzfund

Ein Kommentar

  1. Vor lauter schwarzen Schafen , sieht man kein weisses mehr.

    Ausbeutung ist schon Normalität im kriminellen Transportgewerbe

    Kommentar: Wie schon öfters von mir behauptet, arbeitet die Transportbranche am Rande der Legalität. Sie ist meiner Ansicht nach, eine kriminelle Vereinigung. Die Fahrer werden , ausgebeutet, schikaniert und zum Betrug mit der Fahrerkarte gezwungen. Obwohl in der Öffentlichkeit längst bekannt , billigt der Gesetzgeber das Treiben.Die Löhne werden um die Hälfte des Tariflohnes unterschritten, Überstunden nicht bezahlt und dann wundert sich die Transport – Mafia, dass sich kein Nachwuchs mehr findet. Wer heute für diese Wucherlöhne arbeitet , findet sich später in der Rente , bei der Sozialhilfe.Der Gesetzgeber, sollte dem Treiben ein Ende setzen und den Betrügern , die Transportgenehmigung entziehen, dann trennt sich automatisch , die Spreu vom Weizen.

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