Wie werde ich….

20130523_151354Durch einen kopierten Beitrag in einem Blog eines Berufskollegen bin ich auf einen Artikel bei RP Online gestoßen, in dem es heißt, Berufskraftfahrer seien sehr begehrt.
Nun Fahrermangel gibt es, das steht ausser Frage, aber ich sehe es nach wie vor als gegeben an, das die Spediteure selber schuld an dieser Misäre sind. Bei RP Online greift man das auf, was andere Zeitungen auch schon gemacht haben, man erklärt Berufe.

Kenner der Branche wissen, das nur der geringe Teil an dem ganzen auch ein Rosiger Teil ist. Die anderen können sich gerne hier im Blog umschauen, beispiele dafür gibt es auch hier genug.

Mir geht es dabei allerdings nicht um den Artikel, denn eigentlich zeigt er, das auch der Beruf eines Kraftfahrers ein Ausbildungsberuf ist, der, um Berufskraftahrer zu sein, eine 3 Jährige Berufsausbildung vorraussetzt, die nur die wenigsten (hier in NRW gerade mal 40%) am Ende schaffen.

Pro Jahr werden zwischen 3000 und 3500 Ausbildungsverträge abgeschlossen, doch die meisten brechen während der Ausbildung ab. Und von denen die bis zum Ende durchhalten, schaffen am Ende nur wie schon gesagt, ca. 40% die IHK Prüfungen.

Bei den Quereinsteigern die „nur“ die Grundquallifikation machen, schaffen 65 – 70% die IHK Prüfung auch nicht.

Aber das nur am Rande.

Wenn ich mir so die Kommentare zu diesem und auch anderen Beiträgen anschaue die mit diesem Thema zu tun habe, so ist doch klar erkennbar, das es Leute gibt die hier immer noch die Schuld bei den Fahrern selber suchen.

Hier mal so ein Exemplar, welches auch unter dem hier verlinkten Artikel zu finden ist:

Arbeitsloser Berufskraftfahrer?

Das wäre mal etwas Neues. Ein qualifizierter Kraftfahrer, der seinen Job beherrscht, ggfls. mit ADR Bescheinigung, arbeitslos?

Da würde ich sagen, entweder will er nicht oder im Lebenslauf gibt es das eine oder andere Problem

Fahrer gibt es genug. Diese sitzen entweder aus Irgendwelchen Gründen zu Hause, oder haben es geschafft, das Sie beruflich etwas anderes machen können.

Aber jedem gleich bescheinigen er würde nicht Arbeiten wollen oder es gäbe im Lebenslauf ein Problem…. Naja wenn man halt keine Ahnung hat, dann sollte man ja bekanntlich einfach mal die ….. halten.

Der Artikel bei RP Online hat auch etwas von einer Märchenstunde.

Ein Azubi bekommt 667 Euro im Schnitt im Westen, im Osten sind es 540 Euro. „Ausgelernt kommt man auf 1800 oder 1900 Euro brutto, fährt man aber zum Beispiel Ladung mit Gefahrenzulage kann man sich auf 2220 Euro verbessern“, so Pfaff.

Wie man anhand dieses Kommentares sehen kann, ist dem eben nicht so. Die genannten 667 Euro Brutto sind nicht der Durchschnitt im Westen, sondern eher das, was ein Azubi im Dritten Lehrjahr bekommt. Allerdings ist die Arbeitsbelastung schon ab dem 2ten Lehrjahr so hoch wie bei uns Erfahrenen Kraftfahrern. Aufgrund meiner Gewerkschaftstätigkeit kann ich dem Kommentar recht geben. Azubis werden als billige Arbeitskräfte ausgenutzt, bei einer mir bekannten Spedition hier aus der Umgebung sogar aus der Berufsschule geholt, wenns in der Firma selber eng wird…

Was ich aber für die „Freie Marktwirtschaft“ für einen schlechten Scherz erachte, ist die Aussage, das man mit Gefahrenzulage auf 2220 Euro kommt.

Das mag vielleicht im Werksverkehr oder bei der Müllabfuhr so sein, doch bei den Speditionen eine Gefahrenzulage? Da wird man eher ausgelacht als das man diese bekommt.

Der mit der offenen Gefahrguttafel war meiner.

Ich selber verfüge über den großen ADR Schein, also den mit Tank dabei, war bis vor 18 Monaten bei einer Spediton beschäftigt, deren Hauptgeschäft Silotransporte im Gefahrgutbereich waren. Hier wird sogar nach Tarif gezahlt.

Doch die Gefahrenzulage ist selbst Tariflich nicht vereinbart gewesen. Lediglich 10 Euro für’s Kesselfegen gab es dann und wann mal.

Es ist auch immer wieder interessant, wo die Medien solche Leute ausgraben, die solch einen Blödsinn von sich geben.

Zum Schluss noch ein Wort an eben diese Medien: Wir sind Kraftfahrer. KeineTrucker.

 

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