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Die Fahrer sind mal wieder Schuld

Die VerkehrsRundschau lud 40 Vertreter von Spediteuren und Verladern zu einer Fachkonferenz.

Es wurde festgestellt das der „Fahrermangel“ (den meiner Meinung nach immer noch die Spediteure zu verantworten haben), als Kostentreiber für die Transport und Logistikbranche die Hauptursache für hohe Kosten sei.

Man diskutierte in Hannover über den fairen Preis und die stärksten Kostentreiber.

Wenn man sich den Beitrag in der VerkehrsRundschau so durchliest, stellt man fest, das hier mal wieder die Schuld bei dem Fahrer zu suchen sei. Gerade der Spediteur der den Großteil seiner LKW Flotte nach Zypern ausgeflaggt hat (Hubertus Kobernuss, Inhaber der Kobernuss Spedition und Logistik), Zitat: „Was sich im Moment im Fahrerbereich abspielt, ist einmalig.“ Er jammerte weiter rum, das die guten Fahrer nur noch durch noch mehr Geld zu halten seien. Kobernuss sagte weiter: „Wir sprechen hier nicht von fünf Prozent, sondern die Zuwächse sind teils zweistellig.“

Tja Herr Kobernuss. Auch wir Fahrer wollen mit dem Geld was wir für unsere Arbeitsleistung bekommen unsere Familien ernähren können. Und mit einem Bundesweiten Durchschnittslohn von 1500 Euro Brutto ist das nun mal ohne Hartz IV Aufstockung nicht machbar.

Gerüchten aus diversen Internetforen ist gerade derjenige, der Ausgeflaggt und auch der Konferenz monierte das die Fahrer mehr Geld haben wollen, derjenige der auch nur seinen Fahrern gerade mal 1500 Euro Brutto zahlt und diese dafür dann auch noch International fahren lässt.

Weiterhin besagen die Gerüchte allerdings, das man bei Kobernuss durch Zuschläge und Spesen (schon ein Witz das man die zum Gehalt dazu rechnen muss!) dann auf 1900 Euro netto je nach Steuerklasse.

Falls die Herrn Spediteure es noch nicht begriffen haben. Ab nächstes Jahr hat der Großteil der Kraftfahrer die 95 im Führerschein stehen, wodurch staatlich anerkannt wurde, das wir Fahrer eine quallifizierte Fachkraft sind und im Gewerblichen Güterverkehr tätig sein dürfen.

Und quallifizierte Fachkräfte wollen auch qualifiziert für Ihre Arbeit entlohnt werden. Und 1500 Euro Brutto sind alles andere als quallifiziert wenn man dann noch Hartz IV braucht um sein Gehalt aufstocken zu müssen.

Und an unsere Politker: Wie lange soll Deutschland noch der Billiglohnsektor bleiben? Klar es gibt Länder den gehts eventuell schlechter. Denen werden ja auch reichlich unsere Steuergelder hinter her geworfen.
Aber hilft mir jemand wenn ich aus eigener Kraft in die Pleite gerutscht bin, mit finanziellen Mitteln wieder da raus? Nein, das macht keiner!

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Christian

Ich bin aktiver Berufskraftfahrer und kein Rechtsanwalt, auch wenn ich hier über Rechtliche Themen schreibe. Ich war in der Vergangenheit für eine Gewerkschaft auf Landesebene im Vorstand und als Betriebsratsvorsitzender bei einem Zeitarbeitsunternehmen im Ruhrgebiet tätig.

Auch wenn ich den Beruf selber erst seid Mitte der 1990er Jahre ausübe, so habe ich damit durch meinen alten Herrn schon mein ganzes Leben mit dieser Branche zu tun. Ich war sowohl im Internationalen Fernverkehr, sowie derzeit auch im Nahverkehr tätig.

Ich betreibe diesen Blog ausschließlich Just4Fun und vieles spiegelt lediglich meine Meinung wieder, die keiner gut finden muss oder soll! Selber zählen ich mich zu denen, die diesen Beruf nicht machen, weil Sie es müssen, sondern weil Sie es wollen. Auf Deutsch, es ist mein Traumjob.

7 Gedanken zu „Die Fahrer sind mal wieder Schuld

  • 18. Mai 2013 um 12:12
    Permalink

    Als ich 1999 meine Umschulung zum Spedikfm. machte, sagte mein damaliger Dozent, dass Deutschland im Gefüge der EU nicht als Land des Speditionswesens vorgesehen ist. Heute, fast 15 Jahre später sind die Anzeichen, bzw. Auswirkungen nicht mehr zu übersehen.

    Und was das Billiglohnland anbelangt, das war von SPD und Grünen so gewollt und wurde mit Leiharbeit und Hartz 4 umgesetzt. Übrigens muss sich jedes Gewerbe der internationalen Konkurrenz stellen. Oder spricht auf Baustellen in Deutschland jemand deutsch, ausser dem Bauleiter?

    Antwort
  • 18. Mai 2013 um 14:07
    Permalink

    Auf den Baustellen, die ich anfahtre sprechen alle deutsch. Seltsam…

    Antwort
  • 2. Juni 2013 um 13:05
    Permalink

    Du solltest in Zukunft besser recherchieren. Herr Kobernuss hatte tatsächlich einen Teil nach Zypern ausgeflagt. Die Betonung liegt aber hier auf "hatte"!

    Und wer für dieses Geld ist es doch selber Schuld, keiner wird gezwungen dort zu arbeiten!

    Antwort
    • 2. Juni 2013 um 17:30
      Permalink

      Peter, mit der Aussage "Wer für dieses Geld … bla bla bla", macht man es sich meiner Meinung nach zu einfach. Denn einige Speditionen haben jetzt schon damit angefangen, Ausländische Fahrer für deutlich weniger Geld zu beschäftigen (z.b. Emons, die in der Haldenslebener Niederlassung alle Deutschen Fahrer durch Osteuropäer ersetzt haben) und in meinen Augen wird das dadurch erst recht noch gefördert weil ja keine Fahrer nachkommen.

      Ich vermute auch mal, Du hast den Sinn meines Artikels nicht begriffen. Es geht nicht darum, das die Fahrer es selber in Schuld sind das Sie nur 1500 Euro bekommen und durch Hartz IV aufstocken müssen. Es geht darum, das es die breite Maße an Unternehmern nicht für nötig hält mehr zu zahlen, obwohl Sie es vermutlich könnten.

      Und der Kobernuss ist ja nicht der einzige der Ausgeflaggt hat. Andere Speditionen in Deutschland haben dies auch getan oder zumindest darüber nachgedacht. Doch auch darum geht es in dem Artikel nicht.

      Ich finde es nur eine Frechheit das gerade er sich auf einem solchen Kongress noch darüber beschwert, das der Deutsche Fahrer mehr Geld verdienen will. Und darum geht es mir eigentlich.

      Antwort
  • 10. Juni 2013 um 09:40
    Permalink

    Soweit ich aus meiner Umschulung im letzten Jahr weiss, stehen deutsche Speditionen in den nächsten jahren vor dem Problem, das viele der zur Zeit aktiven Kraftfahrer in den wohlverdienten Ruhestand gehen. Und neue nicht unbedingt reichlich nach kommen. Wen wundert es, da die Entlohnung meist mehr als dürftig ist für einen Job der nicht nur anstrengend ist, sondern von Fahrer eine große Menge Verantwortung verlangt. Und wenn ich dann sehe wie Absagen auf Bewerbungen begründet werden, wird mir schlecht. Bei mir heisst es oftmals in den Absagen: Tut uns Leid, aber da sie keinen PKW haben…. oder auch sehr beliebt: Ob eine Frau das schafft bei der LaSi die Gurte richtig fest zu bekommen? Ähm… Hallo? Was glauben manche Herren eigentlich woher ich den LaSi-Schein habe? Im Lotto gewonnen?

    Antwort
  • 29. Juli 2013 um 18:46
    Permalink

    Vor lauter schwarzen Schafen , sieht man kein weisses mehr.

    Ausbeutung ist schon Normalität im kriminellen Transportgewerbe

    Kommentar: Wie schon öfters von mir behauptet, arbeitet die Transportbranche am Rande der Legalität. Sie ist meiner Ansicht nach, eine kriminelle Vereinigung. Die Fahrer werden , ausgebeutet, schikaniert und zum Betrug mit der Fahrerkarte gezwungen. Obwohl in der Öffentlichkeit längst bekannt , billigt der Gesetzgeber das Treiben.Die Löhne werden um die Hälfte des Tariflohnes unterschritten, Überstunden nicht bezahlt und dann wundert sich die Transport – Mafia, dass sich kein Nachwuchs mehr findet. Wer heute für diese Wucherlöhne arbeitet , findet sich später in der Rente , bei der Sozialhilfe.Der Gesetzgeber, sollte dem Treiben ein Ende setzen und den Betrügern , die Transportgenehmigung entziehen, dann trennt sich automatisch , die Spreu vom Weizen.

    Antwort
  • 25. August 2014 um 15:08
    Permalink

    vom aussterben des fahrerberufes in DE sind doch nur teile der jetzigen fahrergeneration betroffen. also lasst die billigheimerspedis doch machen. bei der klofrau hat der nahtlose übergang doch auch geklappt.

    Antwort

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Die Fahrer sind mal wieder Schuld

by Christian time to read: 3 min
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