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Die Sache mit dem Be und Entladen

Immer wieder taucht die Frage unter den Fahrern auf: „Muss ich eigentlich selber abladen oder kann ich mich auch weigern?“ Grundsätzlich gilt erst mal ein JA!

Doch leider gibt es auch ein ABER…..

 

 

Das Be und Entladen ist im Handelsgesetzbuch geregelt. Und zwar in den §412 und §421.

In diesen beiden Paragraphen steht drin, wer in erster Linie für das Be und das Entladen zuständig ist.

§412 besagt, das in erster Linie der Absender für die Verkehrssichere Beladung und Sicherung des zu befördernden Gutes Verantwortlich ist.

Also, Paletten drauf und die LaSi muss er auch machen. Der Fahrer hat hier wie immer nur eine Kontrollfunktion und muss im Bedarfsfall nachbessern.

§421 besagt, das der Empfänger dafür Verantwortlich ist, das die Klamotten vom Auto auch wieder runter kommen. Egal ob da auf dem Frachtbrief Frei Haus steht oder nicht.

Und jetzt kommt das ABER!

Es gibt durch aus die Möglichkeit das bestimmte Güter oder aufgrund von Vereinbarungen zwischen Spediteur und Auftraggeber, der Fahrer doch abladen muss.

Das ist z.b. der Fall, wenn spezielle Transporte dies erfordern (Benzin, Diesel oder Silotransporte, etc.) wo der Fahrer dafür geschult ist, die Ware zu entladen. Oder halt der Fall das der Auftraggeber mit dem Frachtführer gegen eine extra Bezahlung die Entladung durch den Fahrer vereinbart wurde.

Wer für Discounter fährt müsste das kennen. Hier läd der Fahrer ab. Ich meine auch, das der Fahrer seinen LKW selber beläd. Allerdings bin ich mir da nicht so sicher.

 

Mehr Aufschluß liefert ein Artikel aus der DGZ darüber, der hier im PDF Format zu lesen ist.

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Christian

Ich bin aktiver Berufskraftfahrer und kein Rechtsanwalt, auch wenn ich hier über Rechtliche Themen schreibe. Ich war in der Vergangenheit für eine Gewerkschaft auf Landesebene im Vorstand und als Betriebsratsvorsitzender bei einem Zeitarbeitsunternehmen im Ruhrgebiet tätig.

Auch wenn ich den Beruf selber erst seid Mitte der 1990er Jahre ausübe, so habe ich damit durch meinen alten Herrn schon mein ganzes Leben mit dieser Branche zu tun. Ich war sowohl im Internationalen Fernverkehr, sowie derzeit auch im Nahverkehr tätig.

Ich betreibe diesen Blog ausschließlich Just4Fun und vieles spiegelt lediglich meine Meinung wieder, die keiner gut finden muss oder soll! Selber zählen ich mich zu denen, die diesen Beruf nicht machen, weil Sie es müssen, sondern weil Sie es wollen. Auf Deutsch, es ist mein Traumjob.

5 Gedanken zu „Die Sache mit dem Be und Entladen

  • 25. September 2013 um 17:58
    Permalink

    Der Fahrer kann zum Beladen durch Vertrag verpflichtet sein wenn er z.B. einen Mitnahmestapler dabei hat. Bei Paketdienst und im Stückgut (Sammelfahrt) belädt der Fahrer i.d.R. auch selber. Hier wird dem Fahrer dass Ladegut lediglich bereit gestellt und er lädt es dann mit Hubwagen und Ladeboardwand.

    Interessant wird es wenn man austauschbare Ladungsträger hat (Container, Mulde, WAB). Mir ist es untersagt etwas in den Container zu werfen, denn was sich im Container befindet, gehört uns. Fraglich ist nun ob das aufnehmen des Containers (Mulde, WAB) als Laden gilt oder nicht.

    Antwort
    • 25. September 2013 um 18:02
      Permalink

      Das meinte ich ja damit, das es bestimmte Dinge gibt, wo der Fahrer selber laden oder abladen muss.

      Bei mir damals im Silobereich war es ja nicht anders. Bei der Anlieferung von Staubförmigen Gütern wie Cement, Braunkohlenstaub etc. läd Grundsätzlich der Fahrer ab.

      Tankwagenfahrer entladen auch selber. Oder im Holzbereich, diejenigen die das Holz aus dem Wald holen. Auch da wird selber geladen, sofern ein Kran vorhanden ist.

      Bei Stückgütern kommt es darauf an, was zwischen Spediteur und Auftraggeber vereinbart wurde. Und das wissen die wenigsten Fahrer…

      Antwort
  • Pingback: Die Sache mit dem Be- und Entladen | Danika´s Blog

  • 17. Februar 2017 um 23:48
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    Habe dazumal (bis 2007) regelmäßig bei REWE entladen. Dafür habe ich 0,91 € pro Palette bekommen. Bin allerdings für ein spanisches Transportunternehmen unterwegs gewesen. In DE kommt wohl eher nichts beim Fahrer an.

    Antwort
    • 18. Februar 2017 um 07:52
      Permalink

      Ich weiß bislang nur von einer Spedition die damals direkt für einen Discounter gefahren ist. Da gabs das sog. Rollwagengeld. Waren glaube ich 0,50€ pro Rollwagen…

      Ich selber bekomme nichts fürs Entladen, wenn ich denn mal mit der Plane unterwegs bin. Bei Container entfällt das entladen durch den Fahrer ja 😀

      Antwort

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Die Sache mit dem Be und Entladen

by Christian time to read: 2 min
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