Das leidige Thema Gewerkschaften

Gleich vorweg: Nein ich bin nicht Mitglied in einer Gewerkschaft (das hat seine Gründe) und dennoch halte ich Sie für eine Notwendigkeit.

Gerade in letzter Zeit kann man in sozialen Netzwerken viel zum Thema streikende LKW Fahrer aus ganz Europa lesen.

Und es dauert auch nicht lange, bis die erten mit dem Spruch kommen: Das müssten wir hier in Deutschland auch mal machen.

Klar müssten wir das. Doch was viele dabei nicht bedenken: Kaum ein Fahrer ist in der Gewerkschaft. Und ohne Gewerkschaft, kein Streik.

Nicht gerade wenige Fahrer sind gerade bei diesem Thema äußerst Beratungsresistent. Nicht selten hört man den Spruch: „Bei uns gibt es keine Vernünftige Gewerkschaft. Die tun doch eh nichts für uns!“ Und ganz falsch ist diese Aussage nicht. Doch nicht in dem Sinne, wie es diese Fahrer meinen.

Es wird immer wieder ignoriert, das eine Gewerkschaft oder andere Fahrerorganisation nur dann was bewirken kann, wenn auch die Zahl der Mitglieder entsprechend groß ist. Den Spruch: Die sollen mir erst mal zeigen was Sie können, zählt dabei nicht, weil gerade dieser jedweder Logik entbehrt. Man kann auch nicht zur Versicherung XY gehen und verlangen das die die Kosten für die Reparatur eines kaputten Fernsehers übernehmen und dann sagen, wenn das klappt, schließe ich bei euch eine Versicherung ab.

Denn letztendlich ist eine Gewerkschaft vom Grundprinzip nichts anderes. Man schließt mit der Mitgliedschaft einen Schutz ab, der einem im Falle eines Rechtsstreit mit dem Arbeitgeber greift.

Klar, von den bestehenden Gewerkschaften hört man in unserer Branche nichts. Zum einen liegt es daran, das der Organisationsgrad unter den Fahrern nicht gerade berauschend ist, zum anderen (und damit sind wir wieder bei den Versicherungen) dürfen Sie es auch gar nicht. Denn genau wie Versicherungen, dürfen Gewerkschaften nur für das zahlende Mitglied aktiv werden.

Zur Zeit ist dies beim Kraftfahrerkreis Aschaffenburg – Miltenberg zu beobachten. Hier streikten Gewerkschaftlich Organisierte Fahrer für Ihre Rechte.

Hier noch ein weiterer Artikel auf der ver.di Homepage zu dem Thema.

Und genau das geht auf dem legalen Wege nur mit einer Gewerkschaft.

Ich weiß, das ich die Lern- und Beratungsresistenten Intelligenzallergiker damit nicht überzeugen kann. Ich weiß aber auch, das es genügend Fahrer da draußen gibt, die was im Kopf haben. Ich hoffe, das es irgendwann genügend Fahrer gibt, die gewillt sind, sich gewerkschaftlich zu Organisieren. Denn erst dann, können wir Fahrer auch was im Großen bewegen!

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