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Autonomes fahren

Daimler stellte vor einiger Zeit ja schon mit dem Future Truck 2025 Autonemes fahren vor. Kurz darauf erfolgte die Freigabe in den USA, mit 2 LKW’s eine längere Testphase zu starten. Vor kurzem gab es diese Freigabe auch unten auf der A8 bei Stuttgard.

Bei Mercedes behauptet / wirbt man damit, das das Autonome Fahren mit LKW’s die Sicherheit im Straßenverkehr erhöht. Doch ist das wirklich so?

Ich selber fahre einen 1843 New Actros, der die derzeit verfügbaren Assistenssysteme besitzt. Diese sind der Abstandsregeltempomat, Spurhalteassistent und auch der Notbremsassistent. Alle Systeme sind dafür ausgelegt für mehr Sicherheit im Straßenverkehr zu sorgen. Gut der Spurhalteassistent ist recht nervig, daher schalte ich diesen eigentlich immer aus.

Assistenssysteme halte ich für wichtig. Ich selber möchte diese nicht mehr im LKW missen.

Was allerdings den „Future Truck 2025“ anbelangt, bzw. das was daraus resultieren soll, betrachte ich eher mit gemischten Gefühlen.

Sehen wir es mal so: Daimler ist Vorreiter in Sachen Sicherheit im LKW. Das steht zweifelsohne ausser Frage. Doch die Begründungen, welche das Autonome Fahren im LKW der Öffentlichkeit schmackhaft machen sollen, ist meiner Meinung nach nichts als Augenwischerrei.

Sehen wir uns doch einmal die Aussagen an:

Mercedes Benz begründet das Autonome Fahren damit, das die Sicherheit im Straßenverkehr erhöht wird. Menschen machen Fehler und durch diese Systeme werden diese „Fehlerquellen“ ausgemerzt. So die ungefähre Aussage von Mercedes. Gucke ich mir allerdings die Systeme in meinem LKW an, dann komme ich nicht drum herum, diese Aussage mit einem Schmunzeln abzutun.

Denn, alleine schon der „Notbremsassistent“ sieht schon mal ganz gerne Hindernisse wo keine sind. Fährt man z.b. an Autobahnabfahrten an PKW’s oder LKW’s vorbei, bremst das System schon mal ganz gerne. Und nicht selten mit einer Vollbremsung.

DSC_0186Beschilderungen am Straßenrand werden ebenfalls schon mal ganz gerne als Gefahrenquelle erkannt.

Oder dieses „Assistenssystem“ sehe ich auch öfters. Soll eigentlich immer dann erscheinen, wenn das Fahrzeug vermehrt Schlangenlinien fährt, bzw. ein Fahrverhalten aufweist, von dem man ausgehen kann, das der Fahrer müde ist. Allerdings bin ich dabei nie Müde wenn das im Display aufleuchtet.

Hinzu kommt, das gerade jetzt zur Winterzeit die Systeme an Ihre Grenzen stoßen. Da wir jetzt schon mal den ersten Schnee hatten, konnte man feststellen, das die Assistenssysteme nicht mehr funktionierten. Im Display tauchte da schon mal die Meldung auf, das der Abstandsregeltempomat seinen Dienst quitierte, weil der Sensor verdreckt war. Top!

Gut, zurück zum Autonomen fahren.

Nächste Begründung, die man bei dem Teststart in Stuttgard verlauten lässt ist die, das der Fahrer ja trotzdem noch jederzeit eingreifen kann, wenn das System dies verlangt. Und da sind wir an einem Punkt, wo mir mit Sicherheit der Großteil der Fahrer alleine schon aus Erfahrung recht geben wird: Beifahrer werden schnell müde.

Mit dem Autonomen Fahren wird der Fahrer selber zum Beifahrer. Er könnte zwar in der Zeit wo der LKW alleine fährt andere Aufgaben erledigen, so die Wunschvorstellung von Mercedes, doch ganz ehrlich? Welche andere Aufgaben? Meine Frachtpapiere brauche ich nicht während der Fahrt zu sortieren, Disponieren macht die Disposition in der Firma, telefonieren mit der Familie kann ich dank Freisprechanlange auch so mit meiner Familie. Ein Buch lesen oder in Sozialen Netzwerken rumfuhrwerken, ist das einzige was ich machen könnte. Doch ansonsten bin ich nur Beifahrer und ständig nur daneben sitzen ist Langweilig. Und was erfolgt aus der Langeweile? Richtig. Die Augen fallen zu. Und hier kann mir keiner erzählen, das der Fahrer ständig in der Lage sein wird, den LKW in einer Gefahrensituation zu übernehmen, wenn dieser hinterm Steuer schläft.

Das ist ja noch nicht alles, was man sich so bei diesen Systemen vorstellen kann. Die Spediteure denken da an ganz andere Sachen. Das man die Lenkzeit verlängern könnte, weil der Fahrer ja selber weniger fährt, ist nur eines von vielen Vorstellungen, die unsere Chefs (Klar, nicht alle) so haben…

Andere Szenarien die ich mir so vorstellen kann, will ich hier nicht erwähnen, ich will ja keine schlafenden Hunde wecken….

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Christian

Ich bin aktiver Berufskraftfahrer und kein Rechtsanwalt, auch wenn ich hier über Rechtliche Themen schreibe. Ich war in der Vergangenheit für eine Gewerkschaft auf Landesebene im Vorstand und als Betriebsratsvorsitzender bei einem Zeitarbeitsunternehmen im Ruhrgebiet tätig. Auch wenn ich den Beruf selber erst seid Mitte der 1990er Jahre ausübe, so habe ich damit durch meinen alten Herrn schon mein ganzes Leben mit dieser Branche zu tun. Ich war sowohl im Internationalen Fernverkehr, sowie derzeit auch im Nahverkehr tätig. Ich betreibe diesen Blog ausschließlich Just4Fun und vieles spiegelt lediglich meine Meinung wieder, die keiner gut finden muss oder soll! Selber zählen ich mich zu denen, die diesen Beruf nicht machen, weil Sie es müssen, sondern weil Sie es wollen. Auf Deutsch, es ist mein Traumjob.

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Autonomes fahren

by Christian time to read: 6 min
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