Mein Leserbrief an den Trucker

Ich habe mich dann doch noch dazu entschieden, einen Leserbrief an den Trucker zu schreiben, bezüglich des Interviews mit der KFG.

Für den Fall, das in der Zeitung kein Platz dafür ist, veröffentliche ich den hier auch noch mal. Nur zur Sicherheit.

Sehr geehrte Damen und Herren,

in der Ausgabe 03/2016 war ein Interview mit den beiden Bundesvorsitzenden der Kraftfahrergewerkschaft zu lesen. 24 Jahre nach der Gründung (diese war am 28.03.1992) schaffte man es endlich mal in eine Fahrerzeitung.

Ich muss schon sagen, ein wahrer Erfolg. Doch wenn ich dann in dem Interview lesen muss, dass man sich hier, wie schon in der Vergangenheit auch in Sachen Parkplatzsituation, mit fremden Federn schmücken möchte, hört es bei mir auf.

Man konnte lesen, dass die KFG hauptverantwortlich dafür sein soll, dass die Probleme der Branche in Berlin Gehör gefunden haben sollen? Und das nur, weil man mal eben ein paar Briefchen geschrieben hat? Ich kann mich daran erinnern, das sich vor 3 – 4 Jahren eine Fahrergruppierung gebildet hat, die sich Actie in de Transport nennt. Diese zeichnete sich dadurch aus, das man hier die ersten Fahrerdemos seid langen in die deutschen Großstädte brachte und u.a. so auf die Probleme aufmerksam machte. Und das nicht nur in Berlin, sondern auch in Brüssel.

Auch die anderen angeblichen Erfolge, wie etwa das mit dem Überholverbot, oder das mit der Regulären Wochenruhezeit, sorry, aber auch hier zeichnen andere für verantwortlich, wie etwa ein Raymond Lausberg, seines Zeichens bei der Belgischen Polizei. Bezüglich des Überholverbotes konnte man nirgends lesen, das wir es der KFG zu verdanken hätten, dass dies nicht durch gesetzt wurde.

Ich erinnere mich, das man auch hier der KFG eine Möglichkeit gab, öffentlich in Erscheinung zu treten. Doch was machte man daraus? Man wich der Kritik an den Gewerkschaften aus und wollte dann hinter her nicht mehr mit den Fahrern zusammen arbeiten.

Es mag vielleicht sein, das sich die Kraftfahrergewerkschaft als „Wahre Vertreter der Fahrer“ sehen. Doch leider sehen das die Fahrer anders. Viele kennen die KFG noch nicht einmal, was wohl der unermüdlichen Öffentlichkeitsarbeit zu verdanken ist. Ich selber bin 2007 nur dadurch auf die KFG aufmerksam geworden, weil ich durch einen Bekannten erfahren habe, dass eines der Vorstandsmitglieder in seiner Firma arbeitet. Auch hier war wieder die im Interview erwähnte unermüdliche Öffentlichkeitsarbeit dran schuld.

Doch die Ergebnisse von denen die KFG Vertreter in dem Interview erzählen, lassen sich nicht belegen. Es ist zwar richtig, das die KFG dank dem stellv. Bundesvorsitzenden weitreichende Kontakte in die Politik zu haben scheint. Doch ist es für eben diesen kleinen Verein, der nach Angaben des Bundesvorsitzenden Willy Schnieders, kein Interesse hegt, für die Fahrer / Ihre Mitglieder Tarifverträge auszuhandeln, genau das Schlupfloch was Sie brauchen um einfach Dinge zu behaupten, die der Leser nicht nachvollziehen kann.

Genauso, wie sich viele Fahrer nicht mit dem identifizieren können, was Herr Schnieders immer so von sich gibt. Waren es zunächst die Sklaven der Wirtschaft, sind wir jetzt nach seiner Ansicht Missbrauchtes Wachpersonal. Diese Ansichten kann und will ich nicht teilen. Wenn ich meine Ruhzeiten einlege, gehe ich zunächst was Essen, entspanne vielleicht noch im Autohof bei einem Kaltgetränk und dann gehe ich schlafen! Von Bewachung kann hier keine Rede sein.

Sicherlich ist Gewerkschaftsarbeit keine Arbeit die groß an die Glocke gehangen wird. Aber die angeblichen „Erfolge“ der KFG lassen sich weder in der CGB internen Gewerkschaftszeitung nicht nachvollziehen, noch auf den Seiten der KFG. Erfolge sind doch etwas, was man mit anderen teilen möchte. Oder zählt das auch zur unermüdlichen Öffentlichkeitsarbeit? Hinzu kommt, das man ein riesen Geheimnis daraus macht, wie viele Mitglieder die KFG hat. Könnte eventuell auch daran liegen, das man hier kaum welche vorzuweisen hat?! Was auch nicht verwunderlich ist, da Herr Schnieders abschließende Worte im Interview doch deutlich zeigen, dass man kein Interesse daran hat, Mitglieder zu bekommen. Denn es ist ihm ja egal in welcher Gewerkschaft sich die Fahrer organisieren. Das würde auch bedeuten, dass die KFG gar kein Anspruch auf den Titel Gewerkschaft hätte, weil die Wirkmächtigkeit fehlt. Wobei, den Anspruch gibt es ja nicht, denn es fehlt ja das Interesse an der Hauptaufgabe einer Gewerkschaft. Tarifverhandlungen führen.

 

MFG

 

Christian Rumpf

 

 

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3 Kommentare

  1. Die KFG ist „keine“ Gewerkschaft iSv. Art. 9 (3) GG, sondern nur eine einfache Arbeitnehmerkoalition ohne Anerkennung unter dem Dach des CGD, der wiederum unter dem Dach der CGB.

    Eine Gewerkschaft ist eine Arbeitnehmer Koalition und muss die Tariffähigkeit besitzen, in dem die Mächtigkeit als Druck gegenüber den Arbeitgebern als Koalitionspartner ausüben muss und diesen auch Aufrecht halten kann. Für die Interessen ihrer Mitglieder in der Eigenschaft als Arbeitnehmer, muss die satzungsmäßige Aufgabe haben, Tarifverträge abzuschließen. Sie muss frei gebildet, unabhängig und auf überbetrieblicher Grundlage organisiert sein und das GG, sowie geltende Tarifrecht, als für sich verbindlich anerkennen. Das trifft für die KFG beweisbar nicht zu.

    Nach der ersten Gründung in Würzburg, wurde am 28.03.1992 in Essen / NRW die erste Landes-Gewerkschaft der GKD gegründet, was nach der „damaligen“ GKD- Bundes-Satzung nicht möglich war. Der CGB Gewerkschaftler und Jurist Herr Jäger leitete die Gründung und Fritz Abrecht wurde zum GKD- Landes-Vorsitzenden gewählt.

    Am 20.11.1993 fand in Vellmar bei Kassel der Gründungs-Gewerkschaftstag der GKD statt.
    Erste rechtswidrige GKD Gründungs-Versammlung in Würzburg am 08.02.1992, war ohne rechtliche richtige Satzung. Dort schloss sich die GKD den Gesamtverband der Christlichen Gewerkschaften Deutschlands „CGD“ an. Vorsitzenden wurde W.G. Damit wurde erstmals der Anstoß für die Gewerkschaftsarbeit der GKD bereitet. Eine vom „CGB“ (Christlicher Gewerkschaft Bund) vorgelegte bzw. geschriebene Satzung, beinhaltete die Mitgliedschaft im CGD. Genauer betrachtet war diese GKD- Satzung, rechtlich, juristisch, sowie fachlich nicht ausreichend. Es fehlten die Anerkennung des GG (Grundgesetz), sowie andere wichtige rechtliche Inhalte wie z.B. das TVG (Tarif-Vertrag-Gesetz).

    Jede deutsche Gewerkschaft muss sich grundsätzlich über die 16 Bundesländer aufbauen, wobei mindestens 3 Bundesländer zu Anfang gehören müssten. Eine Gewerkschaft ist eine Arbeitnehmer-Koalition und muss die Tariffähigkeit besitzen, in dem sie ihre Mächtigkeit als Druck – z.B. als Streik –, gegenüber den Arbeitgebern als Koalitionspartner ausüben (können) muss und diesen auch Aufrecht halten kann. Für die Interessen ihrer Mitglieder in der Eigenschaft als Arbeitnehmer, muss die Gewerkschaft die satzungsmäßige Aufgabe haben, Tarifverträge abzuschließen. Sie muss frei gebildet, unabhängig und auf überbetrieblicher Grundlage organisiert sein. Das GG (Grundgesetz), sowie geltende Tarifrecht, muss die Gewerkschaft, für sich als verbindlich in der Satzung beinhalten und anerkennen.

    Das alles war bei der ersten GKD Gründung in Würzburg, unter dem Dach des CGD, nicht berücksichtigt worden. Die GKD-Satzung vom 28.03.1992 war zur GKD- Gründung eindeutig nichtig.

    Es wurde bei der ersten GKD- Landes-Gründung in Essen, keine eigene NRW-Landessatzung vorgelegt bzw. rechtlich verabschiedet. Das ÖTV-Mitglied Gregor Ter Heide wurde damals als ehrenamtlich aktiver Gewerkschaftler, offiziell in Essen von der GKD eingeladen und hatte offiziell ein Vortrag halten dürfen. Es war vom CGB die Absicht, dass sie sich auf die schnelle ein paar Mitglieder aneignen wollten und dabei die GKD Gründungs-Mitglieder in Würzburg und Essen, falsch informiert hatten. Der GKD- Landesvorstand NRW, hatte den Namen GKD, satzungswidrig ohne die NRW-Mitgliedschaft davon vorher in Kenntnis zu setzten, den Namen rechtswidrig in „Kraftfahrer Gewerkschaft“ (KFG) umbenannt. Nur der Name der alten ersten GKD Bundes-Satzung wurde geändert, die damals weiterhin bestand hatte.

    Die KFG ist bis heute im Jahr 2016, nicht als „Gewerkschaft“ iSv. Art. 9 (3) GG anerkannt.

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