Vernünftige Berichterstattung

Ordentliche Berichterstattung in Bezug auf unsere Berufsgruppe abseits der Fachmedien ist oft eine Fehlanzeige

Anlass gibt hier eine „Reportage“ des WDR, in der behauptet wird, dass jeder vierte Tacho manipuliert sein soll. Als Quelle für diese Behauptung wird ein Bericht des Bundesamtes für Güterverkehr genannt.

Foto: Karl-Heinz Laube / pixelio.de
Foto: Karl-Heinz Laube / pixelio.de

Was aber nicht erwähnt wird ist, dass dieser Bericht noch einen weiteren wichtigen Punkt enthält, der diese Aussage auch richtig darstellt. Das BAG behauptet zwar auch, dass jeder vierte Fahrtenschreiber manipuliert ist, allerdings stellte man dies bei einer Sonderkontrolle von rund 22.000 Fahrzeugen fest. Und davon waren es dann 5530 Fahrzeuge, bei denen man „Unregelmäßigkeiten“ festgestellt hat.

Doch genau diese Tatsache wird in der Berichterstattung bewusst weggelassen. Es ist halt nichts womit man Schlagzeilen machen kann. Denn legt man diese Zahlen mal auf die Gesamtzahl der LKW’s die täglich über unsere Straßen fahren, dann sind dies ca.
3 – 5 %, auf die das zutreffen wird. Nicht das hier der Eindruck entsteht, ich wolle etwas verharmlosen. Das die Fahrtenschreiber manipuliert werden, ist schlimm genug und kein Fahrer hat etwas davon. Mir geht es hier um bewusste Verbreitung falscher Tatsachen!

Nicht alles läuft Rund

Gut, dass nicht alles rund läuft in dieser Branche ist klar und wurde nicht nur hier, sondern auch in anderen Blogs etc. thematisiert. Doch immer wieder machen sich die „herkömmlichen“ Medien nicht die Arbeit und recherchieren mal vernünftig, wenn es um das Thema LKW’s geht. Denn dank der unermüdlichen Medialen Hetze, ist es mittlerweile egal ob was korrekt wieder gegeben wird. Man schürt weiterhin Ängste und Sinnlose Vermutungen.

Denn wenn es gerade um diesen Bereich der Logistikbranche geht, liest man in den Kommentaren immer die gleichen wiederkehrenden Aussagen Ahnungsloser Menschen, die Ihre „Meinung“ darüber äußern, was wir LKW Fahrer grundsätzlich hinterm Steuer so machen würden: Nägel schneiden, Zeitung lesen, Filme gucken oder am Smartphone spielen.

Ich streite gar nicht ab, dass es Fahrer gibt, die dies hin und wieder mal machen. Richtig ist es definitiv nicht. Doch die Negativbeispiele sind immer nur ein Teil dessen, was die breite Maße eben nicht ausmacht. Doch einen Reporter interessiert das nicht. Wenn dieser mal wieder ein Thema braucht was man ausschlachten kann, dann sind immer wir LKW Fahrer dran, oder der Rechtspopulismus in Deutschland. Doch zu gefühlten 90% sind wir dadurch die Leittragenden.

Eine vernünftige objektive Berichterstattung, die würde ich mir mal wünschen….

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4 Kommentare

  1. Ich bin schon länger der Überzeugung, daß die mediale Darstellung des Kraftfahrers von Heute, nicht zufällig passiert. Da wird bewußt einer der stärksten und profitabelsten Branchen überhaupt der „Wind“ aus den Segeln genommen. Denn was wäre denn, wenn sich die Kraftfahrer solidarisieren würden und sich eben nicht alles gefallen lassen (müssen) ?! Das wäre eine echte wirtschaftliche Supermacht! Und das Risiko will die Industrie, natürlich auch die Medien-Monokultur (Springer, Bertelsmann) auf gar keinen Fall eingehen. Deshalb verbreiten diese „Metier-fremden“ Lohnschreiber unserer „freien“ Presse, eben (meist) nur negative Meldungen. Ok, manche machen das vielleicht nicht nur vorsätzlich, sondern sind einfach nur strunzdoof, aber Fakt ist, die gesamte Wirtschaft will keine starke Fahrer-Vereinigung. Die Macht wäre zu groß.
    Übrigens, ich fahre auch schon 32 Jahre und habe zu einer Zeit angefangen, wo Fahrer noch größtenteils als Menschen behandelt wurden.

  2. Mich würde interessieren was genau ein „Manipulierter Fahrtenschreiber“ ist?
    Ist Abladen auf Pause auch schon eine Fahrtenschreiber Manipulation?

    Vermutlich ja, schließlich ist ein Fahrer der jeden Tag nur 8h Pause macht auch ruck zuck 100h am „Stück“ hinterm Steuer.

  3. Gleiches ging mir durch den Kopf als es Berichte ueber zunehmende „LKW Unfaelle“ gab…wie oft seh ich einen Kollegen mit einem PKW zusammen am Strassenrand stehn, weil einer der beiden zu bloed war sich einzuordnen…sowas ist natuerlich mit in der Statistik…

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