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Leistungsgerecht ist ungerecht…. So sehen das viele Fahrer und Fahrerinnen

Doch ist das wirklich so? Gibt es da nicht etwas anderes, was vielleicht gemeint ist?

In Stellenanzeigen liest man oftmals von einem leistungsgerechten Lohn. Doch viele Arbeitnehmer sehen da etwas anderes drin. Denn von leistungsgerechten Löhnen kann man oftmals nicht Leben.

Aber kann es sein, dass hier einfach nur etwas falsch verstanden wird? Kann es nicht durchaus sein, dass die Arbeitnehmer hier etwas anderes meinen?

Was ist Leistungsgerecht?

Zunächst sollte man anhand der reinen Definition mal sehen, was ist überhaupt eine Leistungsgerechte Bezahlung?

Leistungsgerecht bedeutet nichts anderes, als der Arbeitsleistung entsprechend.

Heißt: Ich werde für die zu leistende Arbeit entsprechend entlohnt.

Und was meinen nun die Arbeitnehmer?

Vielen Fahrern kann man anhand Ihrer Aussagen entnehmen, dass man von „leistungsgerechten Löhnen“ nicht leben kann. 

Was hier gemeint ist, ist dann der Bedarfsgerechte Lohn. Denn auch den gibt es. Zumindest per Definition. Denn hier sagt es ja schon der Name an sich. Ich bekomme das, was ich brauche um davon Leben zu können. Bedarfsgerecht eben.

Leistungsgerecht ist nicht Bedarfsgerecht

Es sollte klar sein, das Leistungsgerecht nicht Bedarfsgerecht ist und beides auch mit einander nichts zu tun hat. Wer Bedarfsgerecht bezahlt werden möchte, sollte sich da einen Job suchen, indem dass auch der Fall ist. 

Ob man nun auch mit einem leistungsgerechten Lohn klar kommt, sollte auch jeder für sich entscheiden und nicht bei Stellenanzeigen mit leistungsgerechten Lohn die Klappe halten. Es gibt durch aus Leute die kommen damit klar. 

Das nächste Verständnisproblem bei einem leistungsgerechten Lohn ist, es zählt dabei nicht, was der Fahrer meint, Wert zu sein. Er bekommt dadurch nicht unbedingt mehr….

Christian

Ich bin aktiver Berufskraftfahrer und kein Rechtsanwalt, auch wenn ich hier über Rechtliche Themen schreibe. Ich war in der Vergangenheit für eine Gewerkschaft auf Landesebene im Vorstand und als Betriebsratsvorsitzender bei einem Zeitarbeitsunternehmen im Ruhrgebiet tätig.

Auch wenn ich den Beruf selber erst seid Mitte der 1990er Jahre ausübe, so habe ich damit durch meinen alten Herrn schon mein ganzes Leben mit dieser Branche zu tun. Ich war sowohl im Internationalen Fernverkehr, sowie derzeit auch im Nahverkehr tätig.

Ich betreibe diesen Blog ausschließlich Just4Fun und vieles spiegelt lediglich meine Meinung wieder, die keiner gut finden muss oder soll! Selber zählen ich mich zu denen, die diesen Beruf nicht machen, weil Sie es müssen, sondern weil Sie es wollen. Auf Deutsch, es ist mein Traumjob.

25 Gedanken zu „Leistungsgerecht ist ungerecht….

  • Reinhold Liedtke
    16. September 2017 um 08:23
    Permalink

    Leistungsgerechte Bezahlung ist ein subjektiver Begriff. Wobei ich den Aspekt Wertschöpfung vermisse. Viele „Unternehmer“ agieren im Subunternehmerbereich und können daher nicht mehr bezahlen als ihnen der Auftraggeber zugesteht. Da rackern sich viele Kollegen ab, sehen kein Land und keine Insel, während die Auftraggeber nach den „Ausschreibungen“ Aufträge vergeben. So ist es nun mal in unserer kleinteiligen Unternehmensstruktur. Die Spirale dreht sich nach unten. Unten finden sich die, die sich nicht solidarisieren können oder wollen.

    Antwort
    • Christian Rumpf
      16. September 2017 um 09:19
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      Nun es kommt darauf an, was für eine Arbeit geleistet wird.

      Ich sags ja immer wieder, wenn jemand der Täglich die Plane auf und zu machen muss, Ladungssicherung betreibt, nicht mehr bekommt, als derjenige, der ständig nur von A nach B fährt und nur die Auflieger tauscht (ohne weitere Tätigkeiten) läuft was falsch.

      Anders gesehen, für letzteren ist die zu erbringende Arbeit körperlich nicht anstrengend, bedarf also so gesehen kaum einer „nennenswerten“ Leistung. (Man beachte die Anführungsstriche)

      Es gibt allerdings auch Menschen, für die ist es schon eine Leistung überhaupt zur Arbeit zu erscheinen.

      Antwort
    • Christian Rumpf
      16. September 2017 um 09:22
      Permalink

      Reinhold, Wertschätzung muss sich nicht immer nur im Lohn wiederspiegeln. Diese kann auch anders ablaufen

      Antwort
    • Christian
      16. September 2017 um 09:41
      Permalink

      Hinzu kommt, dass die Wertschätzung meiner Meinung nach nicht von vornherein kommen sollte. Denn dann ist es ja keine Wertschätzung, sondern nur ein höherer Lohn.

      Antwort
    • Reinhold Liedtke
      16. September 2017 um 09:47
      Permalink

      Stimmt Christian. Gehört da nicht auch eine angenehme Arbeitsumgebung dazu? Ich habe den Begriff „Leistungsgerecht“ definiert. Es kann durchaus sein, dass man ein etwas niedrigeres Entgelt erhält, jedoch das persönliche Umfeld stimmt. Ich nenne da als Beispiel, dass Vorgesetzte oder Chefs sich kümmern, wenn der oder die Angestellte einen Schicksalsschlag trifft. Das ist jedoch ein anderes Ding. Das sind keine Selbstverständlichkeiten – zumal in unserer Branche.

      Antwort
    • Christian
      16. September 2017 um 09:51
      Permalink

      Sehe ich genauso. Bei uns gibt es diese Wertschätzung zum Beispiel. Sei es, dass der Alte mit uns allen mal auf die Kart Bahn geht oder der Grill angeworfen wird für alle.

      Antwort
    • Reinhold Liedtke
      16. September 2017 um 10:05
      Permalink

      Leider ist das so. Wir haben uns zusammengesetzt und er hat mal die Möglichkeiten des De Minimis durch gesprochen. Ich habe einen neuen Sitz bekommen (Grammer Fahrersitz Kingman HP). Super Teil. Aber kümmern muss er sich schon darum. Manche tun es nicht und verschenken Geld.

      Antwort
    • Christian
      16. September 2017 um 10:06
      Permalink

      Ja De Minimis… Kommt für uns derzeit nicht in Frage, da wir bislang nur Mietfahrzeuge haben…

      Antwort
    • Reinhold Liedtke
      16. September 2017 um 10:10
      Permalink

      Bei einem orthopädischen Sitz z.B. gibt es auch andere Fördermöglichkeiten. Berufsgenossenschaft, Rentenversicherung, Sogar die Agentur für Arbeit hat da ein Budget.

      Antwort
    • John Smith
      16. September 2017 um 20:54
      Permalink

      Leider ist DeMinimis gedeckelt. Viele Unternehmen gehen leer aus. Aber einen Versuch ist es allemal wert.

      Antwort
    • Christian
      16. September 2017 um 12:31
      Permalink

      Allerdings, wenn von deinen genannten Fähigkeiten nur die Hälfte erforderlich ist, ist es relativ egal ob du die hast oder nicht

      Antwort
    • Torsten Böhme
      16. September 2017 um 14:24
      Permalink

      Das stimmt. Dennoch finde ich, dass der Lohn oder das Gehalt immer leistungsgerecht sein sollte, unabhängig davon, ob man nun davon leben kann oder nicht. Was die erbrachte Leistung wert ist, das entscheidet der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer willigt entweder ein, geht oder verhandelt.

      Antwort
  • 16. September 2017 um 18:47
    Permalink

    Leistungsgerecht muss der Verdienst sein, der sich aus dem wirtschaftlichen Wert zusammensetzen müsste.
    Der wirtschaftliche Wert eines BKF ist gegenüber seinem Verdienst total unter Wert.
    Der Wert des BKF ergibt sich bei seiner Dienstleistung aus dem Angebot und der Nachfrage.

    Da es eine große Nachfrage von ca. 30.000 BKF gibt; müsste der Wert wesentlich höher sein.
    Dagegen steht der unausschöpfliche Nachschub der BKF aus den MOE-Staaten und deren Dritt-Staaten.
    Es sind daher in den letzten 10 Jahren ca. 300.000 LKW inkl. BKF aus Deutschland abgemeldet oder Umgeflaggt worden. Dadurch hatte der Staat ca. 240 Mrd. € an Einnahmen verloren (80.000 € pro LKW nach Berechnung des BGL)

    Fazit:
    Der Wert zum Verdienst des BKF ist nur auf dem Papier vorhanden, da der Wert durch den BKF Nachschub extrem verfälscht wird, weil aus den Osten der BKF Wert gegenüber dem Verdienst niedrig bleibt.

    Antwort
    • 18. September 2017 um 16:54
      Permalink

      Was für Einnahmen? Steuereinnahmen?

      Antwort
      • 18. September 2017 um 17:55
        Permalink

        Steuereinnahmen usw. usw.
        Dabei kann alles was beim LKW und BKF zusammenhängt an Steuern sowie sonstige Einnahmen-Verluste berechnet werden.
        Das hatte der BGL mal vor 2 Jahren sehr gut alles dargestellt !
        Die im Verkehrsministerium begreifen es nicht oder wollen es nicht merken, das es über 240 Mrd. € schon an Verlust gewesen war.

  • Thorsten Hausen
    17. September 2017 um 07:40
    Permalink

    Sehr guter Artikel, Christian. Die Begriffe „Bedarfsgerechter-“ und „Leistungsgerechter Lohn“ kommen ja aus der Wirtschaftslehre. Dort hat man sich natürlich schon lange mit der Frage nach dem gerechten Lohn beschäftigt. Vielleicht darf ich Deine Ausführungen deshalb noch ein wenig komplettieren?

    ZU unterscheiden wären nämlich zusätzlich die Kriterien der „Anforderungsgerechtigkeit“, d. h. Wie schwierig ist eine Arbeit oder auch wie verantwortungsvoll?, „Verhaltensgerechtigkeit“, Wie verhält sich der AN, wie loyal ist er? Und der Aspekt der „Marktgerechtigkeit“, d.h. Das unterschiedliche Branchen unterschiedlich gut verdienen und das sich darin natürlich auch höhere Lohnzahlungen widerspiegeln.

    Prinzipiell bin ich aber bei Dir. Leistungsgerecht ist nur schwer zu verifizieren, Bedarfsgerechtigkeit ermöglicht die Sicherung der Existenz. Ein gerechter Lohn muss aber einem AN auch die Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben ermöglichen, d.h. es muss auch mal ein Familienbesuch in der Eisdiele oder im Restaurant drin sein, ebenso Urlaub, die Möglichkeit Wohneigentum zu schaffen ebenfalls. Wem am 20. schon das Geld ausgeht ohne das er große Sprünge gemacht hat, der bekommt eindeutig zu wenig.

    Das Problem ist ein grundlegendes, das ganz sicher auch mit dem Verramschen der Logistikbranche zusammenhängt. Wir sollten einmal darüber nachdenken, welchen Wert Arbeit an sich hat. Bei uns werden Menschen, die FÜR Menschen arbeiten (Pflegeberufe, Friseure, BKF) schlechter bezahlt, als Menschen, die für Systeme arbeiten (etwa Banken, Börsen, Versicherungen). Es ist schon lange so, dass unser System nicht mehr den Menschen dient sondern das es Menschen frisst um sich selbst zu erhalten.

    Aber niemand will das sehen, sagen oder ändern. Alle folgen dem „weiter so“ des Kapitalmarktes, wie die Lemminge in den eigenen Untergang. Hauptsache das Credo vom Wachstum wird erfüllt. Dazu kippt man in das System oben Menschen rein die unten als kranker Müll wieder herausfallen. Burnout heißt das und dann bist du raus.

    Antwort
  • 18. September 2017 um 09:23
    Permalink

    „Leistungsgerechter Lohn“ in Anzeigen bedeutet „Ich weiß, dass mein Lohn, den ich zahle, scheiße ist, aber ich kann oder will nicht mehr zahlen“.

    Ansonsten würde man ja schreiben „Guter Lohn“ oder „gute Bezahlung“

    Antwort
    • 18. September 2017 um 12:03
      Permalink

      Nee eben nicht. Dann würde da Bedarfsgerecht stehen. Das ist nun mal der Unterschied…

      Antwort
      • 18. September 2017 um 17:10
        Permalink

        Nee. Bedarfsgerecht ist keine Kategorie für einen Arbeitgeber. Der Bedarf eines jeden Menschen ist ja immer unterschiedlich.

        Der eine kommt mit 1.500 Euro brutto gut aus, dem anderen sind 2.500 Euro noch zu wenig.

        Der Arbeitgeber weiß aber, ob sein Lohn, den er zahlt, gut oder schlecht ist im vergleichen zu Mitbewerbern.

        Deswegen ist meine Aussage richtig: leistungsgerecht in Anzeigen bedeutet für Arbeitnehmer, dass er im Vergleich zu anderen vergleichbaren Jobs eher weniger bekommen wird.

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Leistungsgerecht ist ungerecht….

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