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Die Autohöfe und die Parkgebühren

Sobald irgendein Autohof mal wieder an den Parkgebühren rumgeschraubt hat, wird gemeckert.

Aber nach den Gründen fragt keiner. Lieber wirft man den Betreibern Abzocke vor, stellenweise behauptet man, dass diese dann auch noch kriminell seien.

Klar ein Autohof lebt von seinen Gästen, genauso wie jedes andere Restaurant oder Imbissbude auch. Doch auch die laufenden Kosten darf man dabei nicht außer Acht lassen. 

Das Nutzungsangebot

Autohöfe sind eigentlich ein Segen für uns Fahrer. Wir können dort duschen gehen, unsere Wäsche waschen, gut und ordentlich Essen (ja ich weiß dem einen schmeckt es hier nicht, dem anderen da nicht) stellenweise ist auch ein Hotel mit angeschlossen, oder man hat einen Videoüberwachten Parkplatz. WLan wird vieler Orts ebenfalls angeboten.

All das kostet Geld. Wenn ich an die Autohof24 Kette denke, so habe ich da alleine schon den Videoüberwachten Parkplatz mit Wlan auf der ganzen Fläche und das ist auch mit den Gebühren preislich inbegriffen. Gut da stehen zwar immer noch 14€ fürs Parken an, aber einen Teil davon kann ich mir über den Verzehr im Restaurant wieder holen.

Warum nicht den vollen Preis?

Nun, ich kenne noch die Zeiten, als wir für das Parken gar keine Gebühren zahlen mussten. Dann wurden die Parkgebühren eingeführt. So nach und nach zogen die Großen Ketten nach. Gut es gibt immer noch ein paar wenige Autohöfe, die für das Parken nichts kassieren. 

Doch dann ging das los mit den Parkgebühren. Am Anfang waren es noch 5€, dann 7€ dann 10€. Die Videoüberwachten Parkplätze lasse ich hier mal außen vor.

Immer konnte man die volle Parkgebühr auf den Verzehr anrechnen lassen. Seit ein paar Jahren wird aber auch das weniger. Zumindest von der Gebühr her. Und jedes mal wenn wieder ein Autohof die Gutscheingebühr gesenkt hat, wird gejammert und gemeckert. 

Die sollen mal überlegen, wer die am Leben hält

In erster Linie ist es das gute Recht des Betreibers eines Autohofes, die Gebühren für sein Angebot so zu gestalten wie er will. Das das irgendwo in einem gewissen Rahmen zu bleiben hat, steht für mich persönlich fest.

Hier gibt es aber leider viele Fahrer und Fahrerinnen, die hier das nicht so sehen. „Die sollen mal überlegen, wer die am Leben hält…“ So die Aussage die man häufig unter solchen Posts in den Sozialen Netzwerken lesen kann. Ganz toll finde ich auch Sprüche wie „So ein Autohof lebt von uns…“  Was für mich nichts anderes ist, als die Selbstverherrlichung der Fahrer selber. Ist wie mit dem Otto-Normalverbraucher. Der muss ja auch dankbar sein, dass es uns gibt.

So ein Autohof hat seine Kosten. Die Kosten – Nutzenrechnung eines solchen Autohofes kennt nur der Betreiber und sein Steuerberater bzw. dass mit der Erstellung beauftragte Personal. Hier also von Abzocke zu reden, kommt daher, weil es hier an Hintergrundwissen fehlt.

Ich weiß, dass was ich hier schreibe passt vielen nicht. Aber so ist es nun mal. Ein Autohof ist ein Gewinnorientiertes Unternehmen und kein Eingetragener Verein der keinerlei Gewinnorientierung nach gehen darf. Auch diese haben mit den steigenden Kosten zu leben und müssen dementsprechend handeln. Und wenn halt die Preise angezogen werden, was völlig legitim ist.

Was soll ich zum Schluß sagen…

Vielleicht, wenn die vielen Fahrer mal die Energie, die Sie aufwenden um zu jammern in etwas stecken würden, was zu einem besseren generellen Arbeitsklima in unserer Branche führen könnte, oder wenigstens in den ja ach so ständig vermissten Zusammenhalt (müsste halt nur mal jeder bei sich selber anfangen…), wäre das ganze schon viel besser.

Und falls es noch keiner mitbekommen hat: Die Quittungen könnt Ihr auch am Jahresende bei der Steuer mit angeben.

Rabattkarten

Viele Autohofketten bieten immer noch die Rabattkarten für LKW Fahrer an. Die kosten nichts und bringen auch Rabatte oder im Falle der Karte auf dem Bild, Cashback… 

Am besten einfach mal in der Tanke fragen, wenn Ihr euch von eurem Verzehrgutschein einen Coffee2Go holt….

Also. Das die Autohofbetreiber / Autohofketten nun diesen Weg eingeschlagen haben, ist völlig legitim. Ebenso stimmt Ihr dem auch zu, wenn Ihr dort parkt. Nennt man AGB’s (Allgemeine Geschäftsbedingungen). Und in diesen ist irgendwo festgelegt, dass die Parkgebühr niemals für immer und ewig in voller Höhe auf den Verzehr angerechnet werden kann…

Es ist ebenso in meinen Augen schwachsinnig, jetzt jeden Autohof zu meiden nur weil es einem nicht passt, dass man Ihm dort „die Füße küsst“, da wir ja die sind, die so einen Autohof am Leben halten. Das spiegelt sich auch immer sehr gut in der im Restaurant anwesenden Kundschaft wieder. Jeden Abend sehe ich egal in welchem Autohof beim Essen nur ein paar Leute sitzen. Lass es vielleicht 10 bis 15 Fahrer sein. Klar es gibt Autohöfe, die sind da die Ausnahme. Der in Duisburg ist so eine. Jeden Abend in der Woche immer volle Hütte. Aber das ist halt die Ausnahme. Bei vielen anderen beobachte ich eher, dass die Fahrer sobald Sie angekommen sind und stehen, die Gardinen zu machen. Feierabend, Selbstversorger im Auto, morgens nach dem Duschen eben noch einen Kaffee zum mitnehmen und Abfahrt….

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Christian

Ich bin aktiver Berufskraftfahrer und kein Rechtsanwalt, auch wenn ich hier über Rechtliche Themen schreibe. Ich war in der Vergangenheit für eine Gewerkschaft auf Landesebene im Vorstand und als Betriebsratsvorsitzender bei einem Zeitarbeitsunternehmen im Ruhrgebiet tätig.

Auch wenn ich den Beruf selber erst seid Mitte der 1990er Jahre ausübe, so habe ich damit durch meinen alten Herrn schon mein ganzes Leben mit dieser Branche zu tun. Ich war sowohl im Internationalen Fernverkehr, sowie derzeit auch im Nahverkehr tätig.

Ich betreibe diesen Blog ausschließlich Just4Fun und vieles spiegelt lediglich meine Meinung wieder, die keiner gut finden muss oder soll! Selber zählen ich mich zu denen, die diesen Beruf nicht machen, weil Sie es müssen, sondern weil Sie es wollen. Auf Deutsch, es ist mein Traumjob.

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Die Autohöfe und die Parkgebühren

by Christian time to read: 7 min
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