Gewaltbereitschaft

Das einige, hoffentlich wenige, Fahrer ein durchaus hohes Gewalt- / Aggressionspotential haben, ist nichts neues. Das gibt es auch in anderen Branchen.

Doch leider gibt es gerade unter den Fahrern welche, die machen selbst beim Kunden keinen Hehl daraus, wie ich kürzlich selbst erleben musste.

Das wir Fahrer ein großes Imageproblem haben, ist ebenfalls nicht neu. Das dieses aber nicht dadurch besser wird, in dem man andere Fahrer in der Anmeldung einer Firma anpöbelt, schien der Fahrer nicht verstanden zu haben.

Du fette Sau

Doch wie fing das ganze an? Nun, ich musste bei einer Firma einen Container laden lassen, die u.a. Laminat herstellt. Also LKW auf den nicht zu übersehenden Parkplatz abgestellt und ab zur Anmeldung.

Besagter Fahrer, war nun der Meinung er müsste an diesem Parkplatz vorbei und sich direkt vor die Waage stellen, so dass andere Fahrer die auf dem Parkplatz warten, nicht rein fahren konnten.

Also sagte ich Ihm im vorbei gehen:

„Der Parkplatz ist da hinten wo die anderen LKW’s stehen und nicht hier vor der Waage.“

Das war dann der Auslöser dafür, dass ich mir dann in der Anmeldung vieles Anhören musste. U.a. auch, dass er mit mir nach draußen gehen wollte, um sich mit mir zu prügeln. Aber irgendwie war er der Meinung dass ich eh nur die Polizei rufen würde. Somit blieb es dann bei Beleidigungen wie Fette Sau, Halt die Fresse und Verpiss dich…, etc.

Das eigene „runter machen“

Was ich dabei aber nicht verstehe ist, dass sich solche Leute auch noch selber runter machen. Gut mag sein, dass er mich damit ebenfalls, in seinen Augen, aus der Reserve locken wollte, denn auf meine Frage: Ob die Konfliktlösung durch Gewalt das einzige sei was er könne, kam nur: „JAA, ich bin ja auch ein Scheiß Kanake.“

Die Diskussion, wo die Kanaken eigentlich her kommen, habe ich mir ersparrt. Er hätte es eh nicht verstanden, sondern als Anlass genommen, seinen Frust auf mich zu steigern.

Aber sei es drum.

Ich habe es nun schon in verschiedenen Beiträgen geschrieben, dass wir Fahrer ein Imageproblem haben. Durch ein solches Auftreten ändert sich an diesem schlechten Image nicht. Im Gegenteil, es wird dadurch nur noch bestärkt. Vielleicht hat auch mein Anruf bei der Disposition der Firma für die er von seinem Chef eingesetzt wird / wurde?! ja etwas gebracht, auch wenn ich Ihn zu den Lernresistenten Intelligenzallergikern zähle.

Doch die Aussage des Chefdisponenten, als ich Ihm das Kennzeichen des LKW’s gab, lies Spielraum für viele Interpretationen. Er war hörbar genervt. Heißt für mich: Es ist nicht die erste Beschwerde und sein Auftreten ist bekannt.

Man sollte bedenken

Ich will hier keine Lehrstunde abhalten, wie man sich beim Kunden zu „Präsentieren“ hat. Das ist nicht meine Aufgabe, wir sind eigentlich alle Alt genug um das selber zu wissen. Ich vertrete hier lediglich meine eigene Meinung zu diesem Thema, wie in den anderen Artikeln hierzu auch.

Doch gerade wenn man beim Kunden ist, sollte man sich dessen bewusst sein, dass man Grundsätzlich immer was in der Hand hält, womit sich nachvollziehen lässt, bei welchem Logistiker / bei welcher Spedition man fährt.

In diesem Fall war es zwar nicht die Werbung auf dem kleinen LKW, aber sein Frachtbrief sprach dafür Bände. Auch wenn man nur als Subunternehmer bei einem Logistiker eingesetzt ist, so sollte man sich doch mal Gedanken darum machen, ob das Auftreten, so wie in diesem Fall, nicht irgendwann zwangsläufig dazu führt, das man seinen Job verlieren könnte. Gerade dann, wenn es der einzige Auftraggeber einer Firma ist.

In meiner Zeit als Betriebsratsvorsitzender ist es mir selber schon mal passiert, dass ein Unternehmen wo wir täglich Waren abgeholt haben, meine Kündigung gefordert hat. Dumm nur, dass ich Kündigungsschutz hatte, so konnten die fordern was Sie wollten.

Kunden wünschen Kontinuität

Will sagen, der Kunde ist Glücklich darüber, wenn jeden Tag der gleiche Fahrer kommt. Der weiß über die Abläufe in den Firmen, wo die Ware hin kommt irgendwann Bescheid, dem muss man nicht jeden Tag alles von vorne erklären. Bei den großen Logistikern ist das leider nicht immer machbar. Gut, in diesem Fall, wirds wohl für den Fahrer eine neue Tour gegeben haben, denn sowas würde ich als Disponent nicht noch mal dahin schicken. Aber wenn jeden Tag immer wieder ein Fahrer mit der „Ausrede“ kommt, er sei das erste Mal da und hat dies und das nicht gesehen… Naja…

Christian

Über Christian

Ich bin aktiver Berufskraftfahrer und kein Rechtsanwalt, auch wenn ich hier über Rechtliche Themen schreibe. Ich war in der Vergangenheit für eine Gewerkschaft auf Landesebene im Vorstand und als Betriebsratsvorsitzender bei einem Zeitarbeitsunternehmen im Ruhrgebiet tätig. Auch wenn ich den Beruf selber erst seid Mitte der 1990er Jahre ausübe, so habe ich damit durch meinen alten Herrn schon mein ganzes Leben mit dieser Branche zu tun. Ich war sowohl im Internationalen Fernverkehr, sowie derzeit auch im Nahverkehr tätig. Ich betreibe diesen Blog ausschließlich Just4Fun und vieles spiegelt lediglich meine Meinung wieder, die keiner gut finden muss oder soll! Selber zählen ich mich zu denen, die diesen Beruf nicht machen, weil Sie es müssen, sondern weil Sie es wollen. Auf Deutsch, es ist mein Traumjob.

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