Die Einstellung zum Beruf

Viele gehen immer noch zu Blauäugig an diesen Beruf heran

Der Beruf des LKW Fahrers ist ein vielseitiger und wechselhafter Beruf. Vielseitig in der Art der unteschiedlichen Transporte und damit verbundenen Tätigkeiten, Wechselhaft, weil man sich nicht drauf verlassen kann, dass man in einer Spedition immer nur das gleiche fährt.

Klar, bei der Einstellung wird dem potentiellen Fahrer seine Aufgaben mitgeteilt. Wenn ich bei meinem jetztigen Arbeitgeber daran denke, was mir vor 4 Jahren mitgeteilt wurde, dann hat sich das was ich heute mache gravierend geändert.

Das Einstellungsgespräch

Bei der Einstellung hieß es noch, ja fängst morgens um 6 an, fährst nach …. und holst Dir da nen beladenen Auflieger und fährst dann in die Kundschaft. Spätestens 15 Uhr ist dann Feierabend. Die Woche drauf machst Du Nachtschicht Sammelgut fahren. Übernachtet wird bei uns nicht.

Hört sich gut an, doch wer lange genug im Job drin ist, weiß, es ist nicht alles Gold was glänzt. Aus dem 15 Uhr Feierabend wurde dann irgendwann 17 Uhr oder noch später. Gründe dafür gab es viele, Verkehr, unfähige Disponenten die ständig irgendwelche Touren vergessen haben, etc.

Im laufe der Zeit bin ich dann in den Containerbereich gewechselt / Springer. Da habe ich dann neben dem Container fahren auch die Urlaubsvertretung der anderen Fahrer übernommen, oder auch Sonderfahrten die dann auch hier und da Übernachtungen mit eingeschlossen hatten. Schließlich waren die Übernachtungen dann mehr und stellenweise habe ich mich dann auch selber Disponiert, was aber kein Problem war.

Es kann sich was ändern, muss es aber nicht

Sicherlich gibt es die Firmen, die fahren immer nur das gleiche. Auch hier gibt es wieder unterschiedliche Gründe. Etwa, weil die Fahrzeuge nichts anderes hergeben, wie etwa Silozüge, Holztransporte etc. Es gibt auch Firmen die Fahren schon seit X Jahren z.b. nur Getränke.

Und dann gibt es Firmen, die sich aus den Unterschiedlichen Gründen im laufe der Zeit umorientieren müssen, um den Laden nicht zu schließen und die Fahrer auf die Straße setzen zu müssen.

Eine Umstrukturierung fordert auch den Fahrer

Solche Umstrukturierungen fordern auch die Fahrer einer Firma. Ewig daran festhalten, dass es soweiter geht wie bei der Einstellung läuft in diesem Falle nicht. Auch nicht das man dem Chef die alleinige Verantwortung zu weist. Sprüche wie „Der Alte müsste mal dies, der Alte sollte  mal das…“, die bringen nichts wenn der Fahrer selber nicht mal dies oder das müsste. Nämlich das ganze auch mit machen.

Es bringt nichts, wenn der Unternehmer etwa einen neuen Kunden bekommen kann, der Fahrer den Aufgabenwechsel aber nicht mitmacht. Da kann der Alte viel müssen und sollen.

Individualisten sind hier gefordert

Berufskraftfahrer zu sein, heißt auch Individualist zu sein. Wie ich Eingangs schon schrieb ist dieser Beruf individuell und wechselhaft. Und genau diese Anforderung stellt der Beruf auch an den Menschen: Individuell zu sein. Individuell in der übernahme der Tätigkeiten und der damit verbundenen Aufgaben zu sein. Ich mache diesen Beruf schon über 20 Jahre. Stumpf irgendwo in einer Fabrik Schrauben zählen könnte ich nicht, genauso wenig in einem Büro jeden Tag irgendwelche Blätter falten. Gut etwas überspritzt dargestellt.

 

Wer immer nur das gleiche haben will, sollte sich Gedanken machen, ob dieser Job für Ihn wirklich das Richtige ist.

Christian

Über Christian

Ich bin aktiver Berufskraftfahrer und kein Rechtsanwalt, auch wenn ich hier über Rechtliche Themen schreibe. Ich war in der Vergangenheit für eine Gewerkschaft auf Landesebene im Vorstand und als Betriebsratsvorsitzender bei einem Zeitarbeitsunternehmen im Ruhrgebiet tätig. Auch wenn ich den Beruf selber erst seid Mitte der 1990er Jahre ausübe, so habe ich damit durch meinen alten Herrn schon mein ganzes Leben mit dieser Branche zu tun. Ich war sowohl im Internationalen Fernverkehr, sowie derzeit auch im Nahverkehr tätig. Ich betreibe diesen Blog ausschließlich Just4Fun und vieles spiegelt lediglich meine Meinung wieder, die keiner gut finden muss oder soll! Selber zählen ich mich zu denen, die diesen Beruf nicht machen, weil Sie es müssen, sondern weil Sie es wollen. Auf Deutsch, es ist mein Traumjob.

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