Viel Aufregung um ein ernstes Thema

Abbiegeunfälle sind derzeit wieder einmal Top Aktuell

Oh nee. Jetzt fängt der auch noch damit an. Ja das tue ich. Aber nicht so auf die Art, dass ich die „Alle LKW Fahrer sind pauschal erst einmal Mörder“ Keule raus hole. Allerdings sind auch wir LKW Fahrer keine Heiligen.

Das Abbiegeunfälle mit Radfahrern und Fußgängern ein ernstes Thema ist, dass sollte jedem klar sein. Das wir LKW zwar auch irgendwo eine Schuld haben und somit keine Unschuldsengel sind, wohl auch. Das soll nun aber nicht heißen, dass wir diese Unfälle mit Absicht machen.

Der Abbiegeassistent

Der Sensor für den Abbiegeassistenten bei Mercedes, Vorgestellt auf der IAA 2016

Genauso wie die Unfälle in den Medien breitgetreten werden, sind die Forderungen nach einem verpflichtenden Einbau eines Abbiegeassistent hoch. Doch bislang hat nur Mercedes ein solches System im Programm, doch es muss extra bestellt werden. Gut, wer den ABA4 bestellt, bekommt auch Rabatt auf den Abbiegeassistenten.

Doch auch wenn dieser beim Abbiegen ein Hindernis anzeigt, das System selber bremst nicht automatisch, sondern warnt nur den Fahrer. Mehr nicht. Doch dies soll in Naher Zukunft wohl auch möglich sein, wie man mir auf Nachfragen mitteilte.

Inwieweit andere Hersteller mit der Technik sind, konnte ich bislang nicht erfahren, da sich die anderen Hersteller wie  Scania, Volvo und Iveco bislang nicht geäußert haben. Bei MAN selber steckt man noch in der Entwicklung, scheint aber nach eigenen Angaben kurz vor der Serienreife zu stehen.  Naja, die IAA ist ja bald, da werde ich mal genauer Nachfragen.

Doch auch wenn hier seitens der Politik, Medien und anderen größtenteils Ahnungslosen, der Abbiegeassistent als Allheilmittel gefordert wird, so darf man nicht vergessen, dass auch dieser keine Garantie ist, dass die Unfälle weniger werden. Denn gerade in Schlechtwetter Situationen wie Regen, Schnee und Eis sind die Sensoren durch Verschmutzung schnell am Ende. Da ich nun schon seit ein paar Jahren mit ABA3 und jetzt auch ABA4 hinter mir habe, weiß ich wovon ich rede.

Es geht nur gemeinsam

Im Straßenverkehr geht es eigentlich nur Gemeinsam. Heißt nichts anderes als Gegenseitige Rücksichtnahme. Doch das die Realität nun mal anders aussieht, weiß ein jeder der Tag für Tag auf Deutschlands Straßen unterwegs ist.

Allerdings fängt Verkehrserziehung schon zu Hause an. Meine Kinder beispielsweise wissen, dass LKW’s nicht nur Groß und Klasse sind, nein Sie wissen auch, dass Sie sehr gefährlich sind.

Von meinem Fahrersitz aus, sind es gute 2 Meter bis zur anderen Seite. Schulterblick könnte ich machen, doch der wäre Sinnlos, zeigt er mir nur das was hinter meinem Beifahrersitz ist. Und das weiß ich auch ohne diesen Blick.

Doch diese 2 Meter bis zur anderen Seite reichen völlig aus, um ein Eingeschränktes Blickfeld zu haben. Anders als im PKW, habe ich lediglich die 3 Spiegel auf der rechten Seite, um alles was neben und hinter mir ist, zu sehen.

Grünen Politiker stempelt uns als Mörder ab

Bei Facebook macht gerade ein Politiker der Grünen auf sich aufmerksam. Nach eigenen Aussagen, will er selber schon mal für Dachser Vollzeit LKW gefahren sein, seine Aussagen spiegeln allerdings eine andere Realität wieder. Ach ja, aufm Land aufgewachsen ist er auch, deswegen hat er auch die entsprechenden Führerscheine.

Ok, seis drum. Zurück zu den Aussagen. Wie ich ja schon schrieb, sind Wir für Ihn lediglich Unzuverlässige grundsätzliche Mörder, die nicht in der Lage sind, Ihren LKW durch eine Stadt zu bewegen, weil wir ja „Angeblich“ nichts sehen. Bei egal welcher Aktion man auf den Toten Winkel aufmerksam macht, oder wenigstens auf die Gefahren hinweist, für Ihn soll das nur ein Freibrief sein, dass man ja grundsätzlich beim Abbiegen nicht mehr aufpassen muss. Das dieser Politiker auch Mitglied im ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub) ist, hatte ich erwähnt? Deren Hardliner behaupten ja, dass es den Toten Winkel gar nicht gibt. Nun, wäre dieser besagte Politiker wirklich Vollzeit LKW gefahren, wüsste er, was man im LKW sieht und was nicht.

Keine weiteren Toten mehr

Das ist vielleicht Wunschdenken. Doch ein Ziel was man setzen kann. Keine weiteren Toten mehr beim Abbiegen. Ob die Assistenten hier die Sinnvolle Technik ist, wird die Zeit zeigen.

Ich wäre eher dafür, dass man seitens der Politik bundesweit Plätze einrichtet, wo wir mit unseren LKW’s hin können um unsere Spiegel so einzustellen, das man den Toten Winkel auf ein absolutes Minimum reduzieren kann. Denn die korrekte Spiegeleinstellung bewirkt schon vieles.

Aber das scheint für einen Politiker der Partei Bündnis 90/ Die Grünen zu kompliziert zu sein. Da kann man ja keinen mehr schlecht reden.

 

Christian

Über Christian

Ich bin aktiver Berufskraftfahrer und kein Rechtsanwalt, auch wenn ich hier über Rechtliche Themen schreibe. Ich war in der Vergangenheit für eine Gewerkschaft auf Landesebene im Vorstand und als Betriebsratsvorsitzender bei einem Zeitarbeitsunternehmen im Ruhrgebiet tätig. Auch wenn ich den Beruf selber erst seid Mitte der 1990er Jahre ausübe, so habe ich damit durch meinen alten Herrn schon mein ganzes Leben mit dieser Branche zu tun. Ich war sowohl im Internationalen Fernverkehr, sowie derzeit auch im Nahverkehr tätig. Ich betreibe diesen Blog ausschließlich Just4Fun und vieles spiegelt lediglich meine Meinung wieder, die keiner gut finden muss oder soll! Selber zählen ich mich zu denen, die diesen Beruf nicht machen, weil Sie es müssen, sondern weil Sie es wollen. Auf Deutsch, es ist mein Traumjob.

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