Ich habe den Assi

Unser Verkehrsminister hatte eine Tolle Idee.

Ein Aufkleber soll es nun richten. Mit dem Hashtag #ichhabdenassi sollen zukünftig LKW Fahrer die trügerische Sicherheit suggerieren, dass einem Radfahrer, der Rechts neben einem LKW steht, oder diesen rechts überholt, nichts passiert.

Das was keiner bedenkt

Der Abbiegeassistent ist sicherlich ein Beitrag, um etwas mehr Sicherheit in den Straßenverkehr zu bringen.

Das er derzeit als das Allheilmittel von verschiedenen Organisationen, allen Voran der Hardliner Verein ADFC, propagiert wird, lässt mich darauf schließen, dass sich keiner wirklich mit der Technik beschäftigt hat.

Denn, auch wenn ich einen Abbiegeassistenten im LKW habe, muss ich als Fahrer immer noch selber Bremsen.

Abstandssensor wegen Verschmutzung deaktiviert.

Doch was ist, wenn die Technik versagt?

Ich kenne das bereits von meinem Abstandshalter. Ist da der Sensor verschmutzt, deaktiviert sich gleich das ganze System. Und das passiert nicht nur im Winter bei Eis und Schnee. Es reicht schon, wenn es mal kräftig regnet.

Der Sensor für den Abbiegeassistenten bei Mercedes

Da der Sensor für den Abbiegeassistenten seitlich verbaut ist, bietet er reichlich Angriffsfläche für allen Schmitz den man so aufwirbeln kann.

Man reiche mir einen Lappen

Damit diese Trügerische Sicherheit auch realistisch ist, sollte da nicht jeder Radfahrer, der meint er müsse absichtlich in eine Gefahrensituation begeben, nun immer einen Lappen dabei haben, damit er jedesmal den Sensor putzen kann?

Ist nur eine Idee.

Zum Schluss

Wie ich bereits geschrieben habe, ist der Abbiegeassistent eine tolle Sache. Ich selber habe noch keinen, freue mich aber schon drauf, sollte im nächsten LKW einer verbaut sein. Dennoch ist er in meinen Augen nicht als Allheilmittel zu sehen, denn Augen auf im Straßenverkehr gilt für alle Verkehrsteilnehmer. Auch für Radfahrer.

Ob und wie eine Nachrüstung möglich ist, wird sich zeigen. Und bis der bei allen LKW’S verbaut ist, werden sicher noch 20 – 30 Jahre vergehen.

Denn was viele auch nicht bedenken, solange ein LKW nicht zu Schrott gefahren wird, hat dieser ein sehr langes Leben. Bei uns in der Firma werden alle 3 Jahre oder alle 600.000 km die LKW ausgetauscht. Leasingfahrzeuge im Durchschnitt alle 5. Dann gibt es auch noch die Firmen, die die LKW’S kaufen. Und hier sind Laufzeit von 10 Jahren keine Seltenheit. Danach werden die Fahrzeuge weiter verkauft. Etwa in den Ostblock.

Bei Anschaffungskosten für ein Haus, wird auch man auch nicht gleich los sprinten und den ganzen Fuhrpark austauschen, nur weil es wieder eine neue „Technische Spielerei“. Ein schwerer LKW kostet je nach Hersteller und Ausstattung zwischen 85.000 und 150.000 €. Nach oben ist da aber noch massig Luft. Spezialfahrzeuge kosten noch mehr.

Ich bin ganz ehrlich. Mir kommt dieser Sinnlose Aufkleber nicht auf den LKW!

 

Bildquellen

  • ich-hab-den-assi-logo: BMVI
Christian

Über Christian

Ich bin aktiver Berufskraftfahrer und kein Rechtsanwalt, auch wenn ich hier über Rechtliche Themen schreibe. Ich war in der Vergangenheit für eine Gewerkschaft auf Landesebene im Vorstand und als Betriebsratsvorsitzender bei einem Zeitarbeitsunternehmen im Ruhrgebiet tätig. Auch wenn ich den Beruf selber erst seid Mitte der 1990er Jahre ausübe, so habe ich damit durch meinen alten Herrn schon mein ganzes Leben mit dieser Branche zu tun. Ich war sowohl im Internationalen Fernverkehr, sowie derzeit auch im Nahverkehr tätig. Ich betreibe diesen Blog ausschließlich Just4Fun und vieles spiegelt lediglich meine Meinung wieder, die keiner gut finden muss oder soll! Selber zählen ich mich zu denen, die diesen Beruf nicht machen, weil Sie es müssen, sondern weil Sie es wollen. Auf Deutsch, es ist mein Traumjob.

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