1 Jahr Langholztransporte – Ein Anspruchsvoller Job

Vor etwas mehr als 12 Monate bin ich aus dem Büro wieder auf den LKW gewechselt. Ich hätte vieles machen können, doch ich wollte was neues.

 

Holz fahren. Das schwebte mir schon seit Jahren im Kopf rum. Aber nicht das fertige Schnittholz. Nein ich wollte auf ein LKW mit Kran und Anhänger. Also eigentlich Kurzholz fahren. Doch daraus wurde nichts. Erstmal…

Ich suche einen neuen Arbeitgeber

Anspruchsvolle AufgabeEine Spedition zu finden, die Holztransporte durch führt, ist nicht schwer. Es gibt schon eine überschaubare Anzahl. Jedoch eine zu finden, die einem Unerfahrenen Fahrer, zumindest in diesem Bereich, eine Chance gibt, ist sehr schwer. Klingt zwar im ersten Moment recht unfair, denn auch Anfänger haben eine Chance verdient. Doch jetzt nach einem Jahr kann ich sagen, so unfair ist das nicht. Der Wald ist nicht die Straße. Ist es auf der Straße nass, fährt man einfach weiter. Im Wald kann man jedoch mal schnell im „Graben“ landen und das trotz Allrad und diverser Sperren für die Achsen.

Auch wenn ich mittlerweile über 25 Jahre Berufserfahrung als Berufskraftfahrer habe, wenn man vorher nur auf Asphaltierten Wegen unterwegs war, ist das fahren im Gelände doch was anderes.

Gut wenn es trocken ist, fährt es sich wie auf der Straße. Hat es geregnet, kann es gefährlich werden. Auf der einen Seite hat man die Böschung, auf der anderen Seite nicht selten einen Abhang. Die Wege gerade so breit, dass der LKW von der breite her drauf passt. Dazu noch im beladenen Zustand die Länge. Ist ein normaler Sattel nur 16,50 m lang, liege ich im beladenen Zustand bei rund 26 Meter.

Die Schattenseiten…

Illegale Müllentsorgung im Wald
Die Dummheit der Menschen stirbt leider nicht aus. Illegale Müllentsorgung im Wald.
Schöne Aussichten
In vielen Ecken hat man eine schöne Aussicht und auch seine Ruhe!

Nicht alles was glänzt ist auch Gold, das Sprichwort kennt ja jeder. Genauso ist es auch in diesem Job. Es gibt schöne Seiten, es gibt auch schlechte Seiten.

In dem letzten Jahr habe ich oft genug geflucht und diesen Wechsel bereut. Doch Aufgeben ist keine Option.

Der Job ist nun mal Anspruchsvoll und auch wenn es Regnet, Windig ist oder wenn es schneit. Auf den Kran muss man bei jedem Wetter. Und nein, eine Kabine habe ich nicht.

Schuhe aus Auto ist nicht…

Ein Schuhe aus Auto wie es meine Actrosen waren, wird es wohl nicht mehr so geben. Mit meinem jetzigen Fahrzeug schon gar nicht. Im Wald ist es nun mal dreckig und staubig.

Das sieht man hier in dem Video ganz deutlich. Und das wird auch nicht besser werden. Der Wald ist trocken, wenn es geregnet hat, das reinste „Schlammparadies“. Liegt auch mit daran, dass bei Regen das Wasser nicht im Boden versickern kann, da in den „Tieferen“ Regionen der Boden hart wie Stein ist.

Ein weiteren Vorteil die dieser Beruf mit sich bringt…. Bei mir sind die Fahrten über Autobahnen seltener geworden. Keine Idioten mehr die einem dicht Auffahren, versuchen krampfhaft zu überholen, weil Sie denken, „Der mit dem Holz ist eh überladen, den pack ich schon.“ und dann trotzdem scheitern (Ja auch das habe ich schon oft genug erlebt…)

Noch mal wechseln?

Ich denke eher nicht. Ja man macht sich dreckig. Ja, man muss bei jedem Wetter auf den Kran und ja, auch das Wechseln der Hydraulikschläuche im Wald muss man selber machen. Oder andere Reparaturen.

Aber es ist immer wieder schön, wenn man beladen durch einen Ort fährt und die kleinen Kinder stehen bleiben, auf den LKW zeigen und vor Lauter Staunen den Mund nicht zu bekommen.

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