Was haben die in den letzten Jahren für uns getan? 

Negative Kommentare sind hier meistens die schnellsten

So fängt meistens jeder negative Kommentar an, wenn in den sozialen Netzwerken eine Frage zu den Gewerkschaften gestellt wird. 

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Freistellung

Was ist das und gibt es da Unterschiede?

In arbeitsrechtlicher Hinsicht ist eine Freistellung die einseitige Anordnung des Arbeitgebers oder eine einvernehmliche Vereinbarung zwischen Chef und Mitarbeiter, letzteren von der Arbeit für kurzfristig oder auch für länger von der Arbeit zu entbinden.

Die Freistellung gibt es in bezahlter aber auch in unbezahlter Form:

  • wünscht der Arbeitnehmer eine Freistellung, ist diese in der Regel unbezahlt,
  • stellt der Arbeitgeber einen frei, so ist dies in der Regel bezahlt. D.h. der Arbeitnehmer bekommt seine Bezüge weiterhin, obwohl er dann nicht arbeiten muss.

Letzteres ist bsp. u.a. dann der Fall, wenn gerade keine Arbeit vorhanden ist. Allerdings gibt es auch gesetzliche Ansprüche des Arbeitnehmers auf bezahlte Freistellung nach §616 Absatz 1 BGB.

Um es mal in Juristendeutsch zu formulieren: Arbeitnehmer haben Anspruch auf bezahlte Arbeitsbefreiung, wenn sie für eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit (in der Regel bis zu 5 Arbeitstagen) durch einen in ihrer Person liegenden Grund ohne Verschulden an der Dienstleistung verhindert werden.

Ich denke, wenn ich jetzt die Gründe aufliste, wird es klarer 😀

  • Pflege des eigenen Kindes unter 12 Jahren andere außerordentliche Vorkommnisse in der Familie des Arbeitnehmers wie z.b.
  • Geburten,
  • Hochzeiten,
  • Krankheitsfälle,
  • Todesfälle, gerichtliche oder auch Behördliche Vorladungen
  • notwendige Arztbesuche,
  • Stellensuche bei Arbeitsplatzwechsel (auch wenn man hierfür in der Praxis nicht unbedingt Frei bekommt),
  • Erfüllung politischer und religiöser Pflichten,
  • Verpflichtungen als ehrenamtlicher Richter (kommt man leider nur über eine Gewerkschaft dran)

Es gibt aber auch noch weitere gesetzliche Ansprüche auf eine Arbeitsbefreiung:

Dies ist der Fall, wenn es sich um einen (Achtung wieder Juristendeutsch) zum Nachteil des Arbeitnehmers nicht abänderbaren gesetzlichen Anspruch gegen den Arbeitgeber auf bezahlte Freistellung handelt.

Das sind:

  • für Zeiten der Erkrankung Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, bei Kuren (Entgeltfortzahlungsgesetz)
  • für Feiertage, (Entgeltfortzahlungsgesetz)
  • für den Erholungsurlaub, (Bundesurlaubsgesetz)
  • für werdende Mütter und Wöchnerinnen (Mutterschutzgesetz)
  • für Jugendliche zum Berufsschulbesuch (Berufsbildungsgesetz) und zu den vorgeschriebenen ärztlichen Untersuchungen
    (Jugendarbeitsschutzgesetz),
  • für die Ausübung ihres Amtes versäumte Arbeitszeit
    für Betriebs- und Personalräte, Mitglieder der JAV, Vertrauensleute
  • der Schwerbehinderten (BetrVG, Personalvertretungsgesetze,
    SGB IX)
  • für Bildungsurlaub (Gesetze jedoch nur in bestimmten Bundesländern),
  • für Lehrgänge der Berufsgenossenschaften zur Unfallverhütung
    (§ 23 Absatz 3 Sozialgesetzbuch VII)

sowie bei

  • Wehrübungen von nicht länger als 3 Tagen
    und bei persönlicher Meldung zur Erfassung, Musterung,
    Eignungsprüfung, Tauglichkeitsprüfung und Wehrüberwachung
    (§§ 11, 14 Arbeitsplatzschutzgesetz)

Anspruch auf unbezahlte Freistellung haben

  • Väter und Mütter während der Elternzeit
  • ehrenamtlich Tätige und über 16 Jahre alte Jugendleiter für Zwecke der Jugendarbeit (der Anspruch und die Dauer ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich)

Schwerbehinderte Menschen können sich auf Verlangen von der Mehrarbeit freistellen lassen (§124 SGB IX).

Sofern vorhanden, kann euch auch hier euer Betriebsrat weiterhelfen.

Guck doch mal wie das in Frankreich geht

Immer noch gibt es viele Fahrer, die gerne nach Frankreich zeigen, wenn es um das Thema Arbeitsrecht und Widerstand gegen gewisse Belange der Branche (zumindest die der Arbeitnehmer) geht. Nur leider zeigt man lediglich nach Frankreich, anstatt sich mal Gedanken darum zu machen warum die das so können, wie Sie es machen.

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ver.di will sich den Fahrern öffnen

12605329_1008554702521301_5593943723676645838_oAm gestrigen Samstag dem 20.02.016. lud der Kraftfahrerkreis Aschaffenburg – Miltenberg zu einem öffentlichen Treffen ein.

Eingeladen und auch anwesend waren Vertreter des Bundesvorstandes der Gewerkschaft ver.di in Person Mario Klepp und Ralph Werner. Patrick Gerson war leider gesundheitlich verhindert. Auf diesem Wege gute Besserung.

 

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Erklärung von Gregor Ter Heide zur der Gewerkschaft „KFG“.

Ich veröffentliche hier einen weiteren Beitrag von Gregor Ter Heide, der hier ja auch immer recht fleissig meine Artikel kommentiert. Dieser Artikel stammt auch wieder zu 100% von Ihm und ist wie auch der letzte über den Bundesmanteltarifvertrag, sehr lesenswert und Informativ.

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Mein Leserbrief an den Trucker

Ich habe mich dann doch noch dazu entschieden, einen Leserbrief an den Trucker zu schreiben, bezüglich des Interviews mit der KFG.

Für den Fall, das in der Zeitung kein Platz dafür ist, veröffentliche ich den hier auch noch mal. Nur zur Sicherheit.

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Wie man den Erfolg anderer schmälern kann

In der aktuellen Ausgabe des Truckers (03/2016) ist ein Interview der beiden obersten „Bosse“ einer Vereinigung die sich Kraftfahrergewerkschaft nennen. Einige meiner Leser werden sich daran erinnern, das da mal was war.

Doch ich denke, die meisten Leser hier, als auch die des Truckers werden sich erst mal gefragt haben: „Kraftfahrergewerkschaft? Nie was von gehört!“

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Die Geschichte des Bundesmanteltarifvertrages

Die alten Fahrer unter uns werden sich noch an ihn erinnern. An den ältesten Tarifvertrag der Welt. Dem Bundesmanteltarifvertrag Güter- und Möbelfernverkehr.

Gregor_Ter_HeideGregor Ter Heide hat sich die Arbeit gemacht und mal die Geschichte dieses Tarifvertrages aufzuschreiben. Eine wirklich interessante Geschichte, die von der Entstehung bis zum „Ende“ im Jahre 1992, dieses für uns Fahrer einzigem allgemein Gültigen Tarifvertrages aufzeigt. Lest Sie euch einfach mal durch.

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Super Organisiert

Gewerkschaftsbeitrag No. 8.957.893.

Gestern wurden die neuen Tariflöhne in Niedersachsen veröffentlicht. ver.di rühmt sich damit von den bisherigen 9,61 € ganze 3,1% rausgeholt zu haben.

Geil. 3,1% das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen…. 3,1%… boah Leute 3,1% das sind immer hin 0,29€ mehr als vorher… 9,90% danke liebe Berufskraftfahrer. Dank eures mageren Organisationsgrades in der Transport und Logistikbranche dürft Ihr euch Glücklich schätzen in Niedersachsen ganze 21 Cent mehr zu verdienen.

Nur mal so zum Vergleich: Der Mindestlohn liegt bei 8,50 € somit dürft Ihr beruhigt ins Bettchen gehen, das Ihr nicht nach MiLog bezahlt werdet, denn immerhin sind es ganze 1,40€ die Ihr jetzt mehr bekommt 🙂 und das erst nach 2 Jahren als Facharbeiter! Daumen hoch!

 

Ich frage mich wann es endlich bei den Fahrern klick macht, das man mehr erreicht wenn auch mehr in die Gewerkschaft eintreten. Die paar tausend die sich Bundesweit organisiert haben, bringen wie man sieht, nicht viel.

Demo in Köln und das danach…

Am letzten Wochende war seid langem mal wieder eine Demo in Köln. Auf dieser Demo wollten 300 Fahrer und Fahrerinnen auf die teils schlechten Arbeitsbedingungen in unserer Branche aufmerksam machen.

Auch wenn viele etwas anderes behaupten, so war diese Demo nicht von der A.i.d.T sondern war, ähm… privater Natur.

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