WinBoat Installationsanleitung
WinBoat ermöglicht es, Windows-Anwendungen auf Linux nahtlos auszuführen, indem es eine containerisierte Windows-VM mit Docker und KVM verwendet. Diese Anleitung beschreibt die notwendigen Voraussetzungen und die einzelnen Schritte zur Installation.
Voraussetzungen
Bevor WinBoat installiert wird, stelle sicher, dass dein System folgende Anforderungen erfüllt:
- RAM: Mindestens 4 GB verfügbar für WinBoat
- CPU: Mindestens 2 logische Threads (Kerne)
- Speicher: Mindestens 32 GB freier Speicherplatz im Verzeichnis
/var(40 GB empfohlen) - Virtualisierung: KVM muss im BIOS/UEFI aktiviert sein und
/dev/kvmmuss zugänglich sein - Docker Engine: Root-Docker installiert (Docker Desktop wird nicht unterstützt)
- Docker Compose v2: Für Kompatibilität mit docker-compose Dateien
- Benutzer in Docker-Gruppe: Dein Benutzer muss in der Gruppe
dockersein, um Docker ohne Root-Rechte verwenden zu können - FreeRDP: Version 3.x mit Sound-Unterstützung installiert, für RemoteApp-Fensterkomposition
- Kernel-Module:
iptablesundiptable_natmüssen geladen und verfügbar sein
Schritt 1: System vorbereiten
KVM Virtualisierung aktivieren
- Im BIOS/UEFI die Virtualisierungstechnologie (Intel VT-x oder AMD-V) aktivieren.
- Prüfe mit diesem Befehl, ob Virtualisierung vom Kernel erkannt wird:
egrep -c '(vmx|svm)' /proc/cpuinfo
Ergebnis sollte größer als 0 sein.
Docker Engine und Docker Compose v2 installieren
Debian/Ubuntu Beispiel:
|
|
Docker Compose v2 sicherstellen (eventuell zusätzliche Installation je nach Distribution).
Benutzer zur Docker-Gruppe hinzufügen
|
|
FreeRDP installieren
FreeRDP muss min. in Version 3 vorliegen. Debian Trixie hat es offiziell drin. Linux Mint, besonders die LMDE 6 Variante nicht! Das ist zwar ärgerlich, aber nicht hinderlich, denn wir installieren es uns einfach.
Möglichkeit 1: Repository hinzufügen (Debian/Ubuntu)
- Repository-URL als neue Quelle hinzufügen:
|
|
- GPG-Schlüssel modern mit
curlundgpg --dearmorherunterladen und autorisieren:
|
|
- Paketliste aktualisieren und FreeRDP 3 installieren
|
|
Möglichkeit 2: FreeRDP 3 aus Quellcode kompilieren
- Abhängigkeiten installieren (Beispiel Debian):
|
|
- Quellcode klonen und kompilieren:
|
|
Möglichkeit 3: Flatpak nutzen (falls verfügbar)
|
|
Schritt 3: WinBoat herunterladen und ausführen
-
Lade die neueste WinBoat AppImage von der offiziellen Webseite herunter:
https://winboat.app -
Mach die Datei ausführbar und starte die App:
|
|
Schritt 4: Windows-VM einrichten und Windows installieren
- WinBoat öffnet ein grafisches Setup.
- Lege fest, wie viel RAM, CPU-Kerne und Festplattenspeicher die Windows-VM erhalten soll (z.B. 4 Kerne, 8 GB RAM).
- Wähle ein Windows-ISO aus (kann automatisch heruntergeladen oder manuell angegeben werden).
- Starte die Windows-Installation innerhalb der VM.
- Folge den üblichen Windows-Installationsschritten.
Schritt 5: Windows-Anwendungen nahtlos in Linux nutzen
- Nach der Installation läuft Windows als VM innerhalb des Docker-Containers.
- WinBoat setzt intern einen “Guest Server” auf, der die Liste von Windows-Anwendungen übergibt.
- Windows-Anwendungen können dann als native Fenster auf dem Linux-Desktop geöffnet werden.
- Integration von Dateien und Ordnern zwischen Linux und Windows erfolgt automatisch über gemountete Verzeichnisse.
Zusätzliche Hinweise
- Die Installation kann je nach Internetgeschwindigkeit und Hardware zwischen 30 Minuten und 1,5 Stunden dauern.
- Docker Desktop, rootloses Podman oder Emulationen werden nicht unterstützt und führen zu Problemen.
- Kernel-Module
iptablesundiptable_natmüssen geladen sein, sonst funktioniert die Netzwerkverbindung der VM nicht. - FreeRDP Version 3 ist essenziell für die Fensterkomposition und Soundintegration.
Quellen
- Offizielle WinBoat Webseite: https://winboat.app
- GitHub Repository: https://github.com/TibixDev/winboat
- FreeRDP offizielle Seite: https://www.freerdp.com
- Forum-Beiträge und Installationsdiskussionen
Diese Anleitung fokussiert sich auf Debian-basierte Systeme (wie LMDE oder Debian), sollte aber mit nötigen Anpassungen auch auf anderen Linux-Distributionen funktionieren.