Assistenzsysteme…

Was Sie wirklich leisten, oder auch eben nicht

Viele Fahrer haben immer noch Vorurteile gegenüber den seit Herbst 2015 vorgeschriebenen Assistenzsystemen. Zu oft wird die Meinung vertreten, dass diese Systeme den Fahrer bevormunden würden und man gar nicht mehr „Herr über die Maschine“ sei.

Doch würden sich diese Fahrer mal mit dem Thema beschäftigen, würden diese „Vorurteile“ verschwinden.

Ich fahre nun schon den Dritten LKW mit den Assistenzsystemen. Unsere Fahrzeuge der Marke Mercedes besitzen neben dem Spurhalteassistenten noch den Notbremsassistenten, Abstandsregeltempomat und PPC. Doch hier will ich im Speziellen auf den Notbremsassistenten eingehen, der auch in unseren Fahrzeugen verbaut ist. Allerdings hier nicht die Gesetzliche Variante, sondern die etwas teurere Ausführung in Form des Active Brake Assist 3. Im Gegensatz zur Gesetzlichen Variante versucht der Active Brake Assist 3 das Fahrzeug wirklich zum stehen zu bringen.

Doch was muss der Notbremsassistent laut Gesetzgeber eigentlich können?

Die Gesetzliche Variante ist in vielen neu zu gelassenen Nutzfahrzeugen verbaut. Diese Variante muss lediglich den Aufprall mindern, aber nicht verhindern. D.h. zur gefahrenen Geschwindigkeit muss die Aufprallgeschwindigkeit prozentual gemindert werden. Bedeutet: Je langsamer man fährt umso größer die Chance den Aufprall zu überleben.

So viel zu dem was das System laut Gesetzgebung können muss. Die Gesetzlichen Vorgaben sehen eine Aufprallvermeidung jedoch nicht vor. Allerdings sollen auch ab 2018 Nutzfahrzeuge ab 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht über solche Systeme verfügen müssen. Ob es was bringen wird, bleibt abzuwarten.

Und was könnte der Notbremsassistent leisten?

Genauso wie die Gesetzliche Variante versucht einen Aufprall zu mindern, kann der Active Brake Assist 3Notbremsassistent in unseren Fahrzeugen unter günstigen Bedingungen einen Aufprall auf den Vordermann verhindern. Wohlgemerkt kann!

Und warum kann?

Nun hier komme ich dazu, warum die Assistenzsysteme eben nur Assistenzsysteme sind und nicht Funktionen im LKW die den Fahrer bevormunden, auch wenn sich das viele Leute Ich erinnere mich da speziell an ein Interview mit einer Dame vom NDR zu diesem Themavielleicht wünschen.

DSC_0186Diese Assistenzsysteme sollen nur dann eingreifen, wenn der Fahrer nicht mehr reagiert. Sei es aufgrund eines Sekundenschlafes oder aus Gesundheitlichen Gründen. Denn sobald ein solcher Assistent eingreift, bekommt der Fahrer dies durch Akustische und Optische Signale mitgeteilt. Dies ist nicht nur bei Spurhalteassistenten so, sondern auch beim Notbremsassistenten. Beim Spurhalteassistent ertönt ein akustisches Signal auf der Seite des LKW’s, mit der man über eine Linie ohne zu blinken fährt. Dabei ist es zumindest bei Mercedes egal ob das eine Durchgezogene Linie oder eine gestrichelte Line ist. Macht man das jedoch zu oft, bekommt man die Siehe BildEmpfehlung, doch mal eine Pause einzulegen. 😀

Der eine oder andere wird vielleicht mitbekommen haben, das es im letzten Jahr 2 schwere LKW Unfälle gegeben hat, obwohl beide Fahrzeuge mit den Notbremsassistenten ausgestattet waren. Und so kommt es auch zu der Denkweise, das diese Assistenzsysteme nichts bringen. Doch das ist nicht richtig. Wie ich oben schon schrieb, sollen die Systeme nur dann eingreifen, wenn der Fahrer nicht reagiert.

Aber… meldet sich z.b. der Notbremsassistent das der LKW Gefahr läuft auf ein Hindernis aufzufahren, reagiert der Fahrer nicht, greift das System ein und bremst den LKW ab. Reagiert der Fahrer in diesem Moment, in dem er etwa auf die Bremse tritt, schaltet sich der Notbremsassistent sofort aus, weil dieser ja registriert, dass der Fahrer doch noch geistig anwesend ist.

Und jetzt kommt der Schuh: Sobald der Fahrer eine Reaktion zeigt, schaltet sich das System ja ab. Tritt man hier auf die Bremse, ist es völlig egal, wie stark man hier auf das Pedal tritt. Der Assistent ist bei der kleinsten Reaktion sofort ausgeschaltet. Ob die beiden Unfälle aus diesem Grunde passiert sind, weiß ich nicht. Ich bilde mir darüber auch kein Urteil.

 

 

Fakt ist, dass solche Assistenzsysteme nur das sind, was Sie sind: Assistenten im täglichen Leben und kein Vormund! Wenn man mit Ihnen arbeitet, ist das fahren selber recht entspannt.

 

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3 Kommentare

  1. Dazu schreibt die Daimler Pressesprecherin auf Anfrage vom Jan Bergrath wörtlich:

    „Während einer Vollbremsung kann diese künftig nur noch durch Kickdown übersteuert werden. In einer Teilbremsung muss der Fahrer mehr Verzögerung anfordern, als wir schon bremsen, dann übernimmt der Fahrer. Mit dem ABA 4 wird bei Bedarf auch eine Vollbremsung durchgesteuert.“

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