Privatfahrten mit dem LKW

12tonner Viele wissen immer noch bis wann eine Privatfahrt mit einem LKW auch als solche gilt. Bps. wenn man mit seinem LKW zu einer Hochzeit fahren will, oder privat sich mal eben den 12 Tonner der Firma für einen Umzug ausleiht.

Es kommen zwar auch immer wieder Fragen im Beitrag zur Fahrerkarte zu diesem Thema vor, doch ich will hier separat auf das Thema Privatfahrten mit dem LKW > 7,49 Tonnen eingehen.

Wohnmobile

Bei Fahrzeugen bis 7,49 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht gibt es in Sachen Privatfahrten überhaupt keine Probleme. Doch bei Fahrzeugen über 7,49 Tonnen zzG. muss man doch schon was beachten.

Die Lenk und Ruhezeiten Verordnung besagt in Artikel 3 Buchstabe h, das alle Fahrzeugkombinationen bis 7,49 Tonnen zG. die zur nichtgewerblichen Güterbeförderung verwendet werden, von den Sozialvorschriften im Straßenverkehr befreit sind. D.h. bei Fahrzeugen bis 7,49 Tonnen kann man den Digitalen Fahrtenschreiber auf „Out of Scope“ stellen.

Beispiele, in denen die Ausnahme greift:
Der private Umzug, der häusliche Wocheneinkauf, private Anschaffungen von großen Haushaltsgegenständen (Möbel, Waschmaschine o.ä.), Transporte von gemeinnützigen Vereinen oder Organisationen, die im Rahmen des gemeinnützigen Zwecks ohne Gewinnerzielungsabsicht durchgeführt werden.

Quelle: KomNet

Für Fahrzeugkombinationen über 7,49 Tonnen zG. unterliegt man somit weiterhin der Lenk und Ruhezeitverordnung. Theoretisch könnte man also mit einer Achtung! Sofern es sich hierbei nicht um eine SZM handelt, gilt das Sonn- und Feiertagsfahrverbot!SZM oder einem Gliederzug zu seiner Hochzeit fahren, oder halt mal eben beim Umzug damit aushelfen, sofern man nicht gegen die Lenk und Ruhezeiten verstößt.

Wird man am WE kontrolliert, kann es unter Umständen noch weitere Schwierigkeiten geben. Denn da der Gesetzgeber Privatfahrten mit schweren LKW’s ausgeschlossen hat, könnte man im Nachhinein bei einem Umzug (im Falle einer vorausgegangenen Kontrolle) noch einen Nachweis über Versicherung, Tranportauftrag, Rechnung etc. verdonnert werden. Wie gesagt, es muss nicht, aber es könnte sein.

Wohnmobile über 7,5 Tonnen

Bevor ich hier drauf eingehe, will ich mal einen Auszug aus dem Leitfaden zu den Rechtsvorschriften des BAG’s zitieren:

Wohnmobile dienen nicht dem Gütertransport und haben in der Regel weniger als 8 Fahrgastplätze. Sie unterliegen daher nicht den Sozialvorschriften im Straßenverkehr. Wohnmobile ab einer zulässigen Höchstmasse von 7,5 t müssen einen Fahrtschreiber ver- wenden (§ 57a StVZO).

Das ganze hat mich etwas stutzig gemacht, denn wo ein Fahrtenschreiber verbaut ist, muss dieser auch benutzt werden. Doch wenn die Wohnmobile nicht unter der Lenk und Ruhezeitenregelung fallen, wozu dann der Fahrtenschreiber? Daher habe ich mal beim BAG nachgefragt warum das so ist.

Hier wurde mir mitgeteilt, das diese Regelung für Fahrzeuge die nach dem 01.01.2013 erstmals in den Verkehr gekommen sind, nicht mehr gilt. Geregelt ist dies in §72 Abs. 2 Nr. 6e der StVZO.

Weiterhin schrieb man mir:

Mit § 72 Abs. 2 Nr. 6e StVZO sollten zunächst nur Fahrzeuge mit Erstzulassungsdatum beginnend ab dem 01.01.2013 von der Fahrtenschreiber- bzw. Kontrollgerätepflicht befreit werden. Inzwischen muss in Wohnmobilen, die vor dem 01.01.2013 zugelassen wurden, ebenfalls kein Fahrtenschreiber bzw. Kontrollgerät verbaut sein, d.h. bei diesen Wohnmobilen kann der Fahrtenschreiber (Kontrollgerät) ausgebaut oder funktionsuntüchtig gemacht werden. Es gilt generell, dass Wohnmobile nicht dem Gütertransport dienen und in der Regel weniger als 8 Fahrgastplätze haben. Sie unterliegen daher nicht den Sozialvorschriften im Straßenverkehr.

Somit wäre ein Fahrtenschreiber bzw. Kontrollgerät nur noch in solchen Wohnmobilen, die nicht als Wohnmobil, sondern als Güter- bzw. Personentransportfahrzeug für mehr als 8 Personen genutzt werden, erforderlich.

Wie man in der Email nun lesen kann, besteht für Wohnmobile über 7,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht keine Pflicht mehr, das dort ein Fahrtenschreiber verbaut sein muss! Leider konnte ich in der StVZO unter dem genannten Paragraphen darauf keinen Hinweis finden…

Meine Informationen basieren auf einer alten Version der Rechtsvorschriften. Darum auch die Nachfrage beim BAG. Beim BAG ist eine aktuellere Version des Leitfadens online. Stand 09.11.2015. Dort ist dann auch enthalten das für Fahrzeuge die ab dem 01.01.2013 zugelassen wurden, kein Fahrtenschreiber mehr verbaut sein muss.

Fazit

Auch wenn mit den Fahrzeugen die ein zulässiges Gesamtgewicht über 7,49 Tonnen haben, offiziell keine Privatfahrten mehr gemacht werden dürfen und auch bsp. Fahrten zu einer Hochzeit oder ein privater Umzug der Lenk und Ruhezeitenverordnung unterliegen, so sind diese theoretisch dennoch möglich. Theoretisch deshalb, weil wie ich geschrieben habe, könnten gewisse Leute auf die Idee kommen, hier einen gleichen Versicherung, EU Genehmigung etc.Nachweis zu verlangen als wenn man einen Regulären Gütertransport durchführt.

Fakt ist, die Fahrerkarte / Tachoscheibe muss stecken / eingelegt sein und der Tacho darf nicht auf Out of Scope stehen. Fahren OHNE Fahrerkarte ist nicht drin. Die Regelungen dafür habe ich in einem anderen Artikel beschrieben.

In Bezug auf die Wohnmobile. Sollte dem wirklich so sein, das auch für Fahrzeuge die vor dem 01.01.2013 zugelassen wurden, kein Fahrtenschreiber mehr von Nöten ist, sollte sowohl der Gesetzestext, als auch der Leitfaden zu den Rechtsvorschriften aktualisiert werden. Ist ja nur so eine Idee.

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23 Kommentare

    1. ich kenn die regelung, über 12t gibt es keine privat-fahrt, drunter ist es möglich. ich weiss nicht, wo du die 7,5t her hast.


  1. Christian … dazu hat der Gesetzgeber wohl keine deutlich Klarheit gesetzt

    Fakt wäre nach deinen Artikel:
    Der BKF muss eine Fahrer-Karte zur Privat-Fahrt haben bzw benutzen

    …Wenn der BKF eine Fahre-Karte hat, musste er natürlich eine BKF Schulung zum 95 Entrag gemacht haben
    …wenn der BKF eine Privat-Fahrt „ohne“ BKrFQG nach der BKrFQV machen will …. hat er keine Fahrer-Karte

    Also … ohne die 35 Std Schulungen usw — die ca 800 € kosten — ist keine Privat-Fahrt über 7,5 t zGG möglich

    Das ist eigentlich iSd Gesetzgebers nicht so gewollt, denn was hat eine echte Privat-Fahrt mit dem 95 Eintrag zu tun ?

    1. Ich denke mal eher, das es hier um die Allgemeinheit geht. Denn es gibt ja immer noch Menschen die mit dem alten Klasse 3 Fahrzeugkombinationen bis 18 Tonnen fahren dürfen. Also 7,49 Tonnen Zugmaschine + 10,5 Tonnen Tandemanähnger. Wobei hier eher die Zugmaschine eine Rolle spielt.

      Allerdings sagt ja der Gesetzgeber auch, das es eben keine Privatfahrten für Fahrzeugkombinationen über 7,49 Tonnen zzG. gibt. Von daher muss der Fahrer ja im Besitz einer Fahrerkarte sein. Gut je nach alter des Fahrzeuges. Gibt ja heute immer noch welche die mit Tachoscheibe fahren.

      1. Wie sieht es denn mit der Fahrt vom Betriebshof zum Wohnort aus, z.B. nach einer Schichtzeit, mit Anhänger oder Sattel (über 7;5t), inkl. beladenem Zustand? Ich meine da gibt es genug Gründe (Versicherung/L+R Vo etc.),dass das auch nicht rechtlich sauber ist

      2. Warum sollte daran etwas anderes sein, als wenn ich regulär mit einem Beladenen Fahrzeug meine Arbeit verrichte? Du führst nach wie vor einen gewerblichen Gütertransport durch. Also ändert sich da nichts.

  2. die kosten für die Lehrgänge sind anscheinend von der Region abhängig, wo man wohnt, ich hab für die 5 Lehrgänge 400€ bezahlt

  3. Also dürfte ich demnach ohne die 35 Std bzw. die 3 Kenntnis-Bereiche kein LKW privat fahren. ?
    Nach dem Wissensstand ist ja meine CE Fahrerlaubnis ohne Fahrer-Karte nichts mehr wert ?

    Das sehe ich allerdings anders, denn privat kann „und“ darf ich meine CE weiterhin benutzen, denn die Fahrerlaubnis im privaten Bereich behält seine benutzbare Rechtsgültigkeit.

    Die Schulungen der BKF braucht man für die privaten Fahrten mit dem LKW nicht, denn man führt ja
    a) keine gewerbliche Tätigkeit aus
    b) keinen Beruf mit BG Anmeldung

    Christian danke für deinen Artikel zur Aufklärung iZm. den privaten LKW-Fahrten, der evtl. eine unvorhergesehene Lücke im Gesetz aufgedeckt hat

    Ich werde wohl wegen den Unklarheiten die Politik in Berlin und das Straßenverkehrsamt nun konsultieren müssen

    1. Gregor es geht um Fahrzeugkombinationen mit denen ein gewerblicher Güterverkehr bzw. gewerblicher Personenverkehr möglich ist. Wenn ich mit einem Wohnmobil rumfahre für das ich die Fahrerlaubnis CE brauche, ist das logisch das ich da keine Fahrerkarte brauche, denn dieses Wohnmobil unterliegt nicht der 561.

      Privatfahrten unterliegen keiner Lenk und Ruhezeiten Verordnung. Es sei denn ich frage meinen Chef ob ich anstelle unseres 7,49 Tonnen LKW meine Reguläre SZM mit Auflieger für einen Umzug nutzen darf, weil ich mir die eine und andere Fahrt sparen will. Da hat der Gesetzgeber einen Riegel vorgeschoben, in dem er sagt, hier muss die Karte stecken. Bei dem Bonsai Truck ist das was anderes. Den kann man sowohl Gewerblich, als auch Privat nutzen.

  4. Hallo,
    ich kann nicht finden, dass für Wohnmobile ab 7,5t die auch vor dem 1.1.13 zugelassen wurden, kein Fahrtenschreiber oder Kontrollgerät notwendig ist.
    Woher hast Du das?
    Ich will mein Wohnmobil auflasten und der von der Werkstatt meinte, dass da ein Kontrollgerät rein muss, sonst nimmt der TÜV das nicht ab???

    1. Hi Dietmar.

      Siehe den unteren Grünen Kasten. Weil ich auch nichts zu dem Thema gefunden habe, hatte ich beim Bundesamt für Güterkraftverkehr nachgefragt.

      Die haben mich auf den Leitfaden zur VO 561/2006/EG verwiesen. Wenn ich mit meinem Umzug fertig bin und die Ruhe dazu habe, kann ich Dir die Email gerne mal raus suchen.

      Alternativ könntest Du auch selber beim TÜV nachfragen. Kostet ja nichts.

    2. Weil ein Wohnmobil nur für privat genutzt wird. Und deswegen braucht ein Wohnmobil kein Fahrtenschreiber.
      Hab auf http://www.camperforum.nl aus Holland gelesen, das wen man eine Fahrtenschreiber hat , wird geraten das man ihn nutzt. Weil in einige Lander da auf kontrolliert wird, aber das hat weiter keinen wert für eventuele Bußgeldern.

  5. Hallo christian : du schreibst das LKW über 7,5TO nicht zu privaten zwecken benutz werden dürfen . Daher raus gibt sich allso auch das nur mit der eingetragene zahl 95 ( sprich MODULE ) über 7,5to gefahren werden darf!!! sende mir doch bitte mal den § Gesetzentwurf wo dieses nieder geschrieben ist !! Du als Kraftfahrerstar weisst doch für alle GEBOTE /VERBOTE im STRASSENVERKEHR gibt es § alles andere ist pullschied oder fallen sie dir gerade nicht ein !!!! DANKE

    1. Hallo Harald,

      das ergibt sich aus der VO561/2006/EG Artikel 3 Buchstabe h

      Diese Verordnung gilt nicht für Beförderungen im Straßenverkehr mit folgenden Fahrzeugen

      h) Fahrzeuge oder Fahrzeugkombinationen mit einer zulässigen Höchstmasse von nicht mehr als 7,5 t, die zur nichtgewerblichen Güterbeförderung verwendet werden;

      Es geht dabei nicht darum ob ich einen gewerblichen Transport durchführe, sondern dass das Fahrzeug im Kern für gewerbliche Transporte genutzt wird. Quasi das Kerngeschäft. Und Fahrzeuge über 7,49 Tonnen zzG. fallen ja Grundsätzlich unter die Lenk und Ruhezeitverordnung. Auch eine Solo SZM mit der ich Sonntags in der Gegend rum fahre. Und da ich für Privatfahrten keine Fahrerkarte brauche, fallen die Fahrzeuge >7,49t da mal locker aus den Privatfahrten raus!

      Es gibt aber auch hier Ausnahmen wie etwa Historische Fahrzeuge oder Wohnmobile.

      Aber auch der Verweis auf die 561 ist im Artikel zu finden.

  6. Hallo,
    mein Wohnmobil hat 7,49t zul. Gesamtgewicht und kein Kontrollgerät bzw. keinen Fahrtenschreiber. Es hat 10500 kg zul. Anhängelast und die Anhängevorrichtung wird auch beim TÜV immer geprüft. Als es noch ein LKW war stand schon ein Vermerk im Fahrzeugschein wonach nur nichtgewerbliche Nutzung erlaubt ist aufgrund fehlendem Kontrollgerät. Logischerweise wiegt eine Fahrzeugkombination (also mit Anhänger) mehr als 7,5t. Darf ich mit diesem Auto nun keinen Anhänger mehr ziehen?

    1. Hi makabrios,

      Das hängt von Deinem Führerschein ab. Mit dem alten Klasse 3 durfte man ja einen 7,49 Tonnen LKW + 10,5 Tonnen Tandemanhänger fahren.
      Wie das jetzt geregelt ist, würde ich mal bei Deiner zuständigen Führerscheinstelle erfragen.

      Genaueres kann ich dazu leider nicht sagen, da ich nicht weiß, welche Führerscheinklassen Du hast. Wenn Du den CE hast (Alt Klasse 2) spielt das ja keine Rolle…
      Ansonsten bräuchtest Du die FS Klassen C1 und C1E. Aber frag zur Sicherheit noch mal bei der Führerscheinstelle nach. Die können Dir das genauer sagen.

      1. Danke Christian für die schnelle Antwort!

        Am Führerschein soll´s nicht scheitern. Ich habe CE und ADR-Schein für alles ausser Klasse 7.
        Mir ging es um den nicht vorhandenen Fahrtenschreiber, da mit Anhänger als Fahrzeugkombination ein zul. Gesamtzuggewicht in jedem Fall über 7,5t sein wird. Ein Kontrollgerät möchte ich nicht einbauen. Mein Standpunkt ist, dass das beschriebene Fahrzeug definitiv nicht gewerblich genutzt wird und deshalb von den entsprechenden Verordnungen unberührt bleibt. Für Solofahrt ist alles klar, für Fahrten mit Anhänger (natürlich nicht gewerblich) habe ich gegensätzliche Auskünfte erhalten.

      2. Moin,

        nun ich bin nach den Führerscheinklassen gegangen. Denn ich denke mal an der Nutzlast bzw. Anhängelast hat sich ja durch den Umbau nichts geändert oder?

        Aber ich habe gestern noch mal in die Führerscheinverordnung geschaut. Demnach werden die alten FS gerade hier Klasse 3 in die neuen Klassen B, BE, C1, C1E und sogar CE umgeschrieben. Letzteres verstehe ich nicht so richtig. Vielleicht kann mir das ja mal ein Fahrlehrer erklären?

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