Probefahrt mit dem Actros in der 5ten Generation

3 Jahre ist es nun her, dass ich im Actros 5 sitzen durfte. Das war 2018 auf der IAA in Hannover. Gestern nun konnte ich den LKW mit der MirrorCam Probe fahren. Ohne MirrorCam hatte ich schon das Vergnügen.

Nun was soll ich sagen. Das meiste habe ich bei Facebook zu der 5ten Generation des Mercedes Actros geschrieben. Aber egal. Da ich keine Lust habe, den Beitrag ständig zu korrigieren, schreibe ich hier mal mein Erfahrungsbericht.

Das Fahrzeug an sich

Die Verarbeitung ist, wie man es von Mercedes gewohnt ist, auch bei der reinen Serienausstattung hoch. Klar, vieles ist Plastik, doch im Gegensatz zu anderen Herstellern, sieht es nicht nach Plastik aus. 🙂

Gut, das Cockpit…. Digital. Für die erste Fahrt ohne Einweisung zu viel was einem zum „herumspielen“ verführt. Definitiv etwas, wo man dem Fahrer Zeit geben muss, damit er sich damit beschäftigen kann und auch sollte!

MirrorCam
Und in der Realität sieht man, das die Auflösung…. ähm…. Scheiße ist. Man erkennt zwar alles, aber nicht Glas klar.
Die Spiegel wurden durch Kameras ersetzt

Die erste Fahrt damit na ja…. man sucht zwangsläufig nach den Außenspiegeln. Man sieht zwar, dass die Bildschirme der MirrorCam an der A Säule hängen, man schaut aber trotzdem die ersten paar Male dran vorbei.

Die Auflösung selber…. Full HD sieht anders aus. Das, was man sieht, ist leicht kachelig, nicht unscharf, aber auch nicht scharf. Hier hätte ich dann doch schon, gerade weil es Mercedes ist, Minimum Full HD erwartet, wenn nicht sogar Ultra HD. Sollte bei Außenspiegel, auch wenn es Kameras sind, schon drin sein.

Gerade dann, wenn man entweder mit Regen oder mit der Sonne zu „kämpfen“ hat…

Auch was die Position der MirrorCam angeht, hier habe ich auch schon viel Kritik gehört. 

Das Problem dabei ist, im Auto sieht man die Halterungen der Kameras nicht. Was dazu führt, dass man sich diese gerade bei engen Einfahrten leicht abfahren kann, was dann wieder zu unnötigen Kosten führt.

Spielereien

Natürlich hat das von mir gefahrene Fahrzeug auch die eine und andere Spielerei. So z. B. muss man nicht mehr unbedingt den Tempomaten ausschalten, das Fahrzeug erkennt die zu fahrende Strecke und reagiert dementsprechend auf diverse Ereignisse auf dem Weg zum Ziel. 

Man kann im Menü einstellen, wie schnell die zu fahrende Kurvengeschwindigkeit sein soll (ich weiß leider nicht mehr wo 😀 ), während der Probefahrt bin ich mit eingeschaltetem Tempomat abgebogen und auch durch einen Kreisverkehr, ohne das ich eingreifen musste. 

Ob so was Sinnig ist, soll jeder für sich selber entscheiden. Für mich ist das überflüssig, da es dem Fahrer noch mehr Entscheidungen abnimmt und dieser dadurch noch unaufmerksamer werden kann, als er es schon ist.

Ich rede mich hier nicht raus. Bei meinem MP4 alleine schon die Start und Stop Funktion hat mir auf der Autobahn vieles Abgenommen, warum sollte ich dann noch darauf achten. Deshalb bin ich nun froh, das mein Scania das nicht hat.

Leistung

Zur Leistung will und kann ich nichts sagen. Das Fahrzeug war ein 1846 ohne was dahinter. Ich war mit dem Fahrzeug Solo unterwegs.

Doch auch wenn es ein Actros ist und ich mittlerweile den 540er Scania fahre, beides lässt sich nicht miteinander Vergleichen, da beide Fahrzeuge nicht in der gleichen Liga spielen. 

Beim Actros gilt nach wie vor der Leitsatz: Man muss Ihn fahren können und vor allem fahren wollen! Dann bringt er das, was er soll. Vernünftig von kundigen Händen und Füßen eingefahren, leistet auch der Actros passable Ergebnisse in Sachen Leistung und Wirtschaftlichkeit.

Meinen hier auf dem Bild zu sehenden 1843 habe ich gerne gefahren. Zumal ich diesen Neu bekommen und gleich entsprechend eingefahren habe, leistete er mehr als manch ein DAF, MAN oder Iveco mit mehr PS.

Es kommt halt auf den Fahrer an.

Fazit

Ich denke die Vor- und Nachteile halten die Waage. Die Kamera so wie der Rest der im Fahrzeug verbauten Technik bedürfen einer gewissen Eingewöhnungsphase. Einem Fahrer das Fahrzeug einfach so dahinzustellen, halte ich persönlich für verantwortungslos. Eine entsprechende Umfangreiche Einweisung auf das Fahrzeug ist unumgänglich. Die ganze verbaute Technik lenkt auf den ersten Fahrten mit dem LKW zu sehr ab.

Aber ich denke, viele Fuhrparkleiter und auch Unternehmer werden es genauso machen wie all die Jahre vorher: Hier dein neuer, viel Spaß damit.

Den Fahrer das Fahrzeug mal direkt beim Hersteller abholen lassen, damit man dort auch vor Ort die Entsprechende Einweisung bekommt… passiert zu selten.

An dieser Stelle noch mal Danke Bernhard, dass ich das Fahrzeug fahren durfte 😀

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