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RCS – Was zum Geier ist das überhaupt?

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In den Medien kann man in den letzten Tagen und Wochen immer wieder was darüber hören und lesen, dass Apple den sog. RCS Standard in seinen Messenger iMessage integrieren muss. Schuld daran ist Google. Doch was genau ist dieser RCS Standard und wozu muss man den haben?

Die älteren unter uns werden es noch kennen, aus den Anfängen mit den Mobilen Telefonen. SMS schreiben war damals das, was heute Nachrichten verschicken, mit WhatsApp ist. SMS (SMS = Short Messaging Service) war und ist auch heute noch ein Standard, den man dazu nutzen kann, Textnachrichten zu verschicken. Die App dafür haben alle Smartphones werksseitig installiert.

Stand früher und heute

Apple hat dazu sein iMessages, Android Nutzer die App Messenger, oder die Ihres Smartphone-Herstellers. Das Problem bei SMS jedoch war und ist es immer noch: Man kann eben nur Textnachrichten verschicken. Bilder gehen zwar auch, werden aber in MMS umgewandelt und die kosten wieder Geld. Ebenso ist die übertragbare Datenkapazität begrenzt.

SMS kann man quasi mit den Anfängen von Twitter vergleichen. 160 Zeichen waren maximal möglich, was dazu führte, dass eine SMS aus mehreren Teilen bestand, die dann auch noch je nach Mobilgerät kaum oder gar nicht in der richtigen Reihenfolge zu lesen waren.

RCS – Rich Communication Services

Anders als in Europa ist in den USA die SMS immer noch das Maß aller Dinge. Heißt also, WhatsApp wird dort kaum bis gar nicht genutzt. Die SMS ist allerdings alt, unflexibel, passt nicht wirklich mehr in die heutige Zeit.

RCS ist nicht neu. Die Entwicklung dieses Dienstes begann 2008 auf Initiative von Nokias und sollte damals schon als Ersatz für SMS dienen. Dass RCS von damals bis heute überlebt hat, verdankt man dem Branchenverband der GSM Provider (GSMA).

Was kann RCS

RCS hat mit den heutigen Messengerdiensten vieles gemeinsam, aber auch einiges nicht.

So hat man mit RCS fast die gleichen Funktionen, wie in den anderen Messengern auch: Gruppen- und Einzelchats, Sprachnachrichten, Bilder und Dokumente verschicken, je nach genutzter App auch Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

Allerdings gibt es keine Statusfunktion wie bei WhatsApp, was ich persönlich jetzt auch nicht als schlimm erachte.

Heimvorteile von RCS sind, dass man es nicht erst installieren (nur aktivieren) muss und der Gesprächspartner kein RCS haben muss. Die Nachricht wird dann in eine SMS umgewandelt.

Wie aktiviert man RCS

Am Beispiel der von Google eingesetzten Message-App geht das folgendermaßen:

  1. Message App öffnen
  2. Oben Rechts auf das Profilbild tippen
  3. auf Messages-Einstellungen
  4. RCS-Chats
  5. RCS-Chats aktivieren

Die Nummer wird dann überprüft und wenn die Überprüfung abgeschlossen ist, steht bei Status verbunden.

Fazit

Ich würde nicht so weit gehen und sagen, wie auf TikTok behauptet wird, man könne WhatsApp löschen, weil RCS nun da wäre und bei Apple integriert wird. RCS war schon seit 2008 da, ohne dass es von der breiten Masse bemerkt wurde. WhatsApp kann man ja weiterhin nutzen, zumal der Dienst bislang nur auf Android Geräten funktioniert. Apple hat angekündigt, den Dienst ab 2024 auch in iMessage verfügbar zu machen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass auf Druck von Google und den Netzbetreibern die EU iMessage als zentralen Nachrichtendienst eingestuft hat.

Ich sehe es als Alternative dafür an, dass man weiterhin die gleichen Funktionen wie in den gängigen Messengern hat, sollte es so Leute wie mich geben, die kein WhatsApp und Co. nutzen. Ein Vorteil ist für mich, Nachrichten gehen auf jeden Fall raus, sofern ich zwar keine Internetverbindung, aber dafür im GSM Netz erreichbar bin.

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RCS – Was zum Geier ist das überhaupt?

by Christian time to read: 5 min
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