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Wie man den Erfolg anderer schmälern kann

In der aktuellen Ausgabe des Truckers (03/2016) ist ein Interview der beiden obersten „Bosse“ einer Vereinigung die sich Kraftfahrergewerkschaft nennen. Einige meiner Leser werden sich daran erinnern, das da mal was war.

Doch ich denke, die meisten Leser hier, als auch die des Truckers werden sich erst mal gefragt haben: „Kraftfahrergewerkschaft? Nie was von gehört!“


Das Stück vom Kuchen
Die Missgunst des Erfolges anderer
Fazit

Nun für diejenigen die noch nie was von dieser „Gewerkschaft“ gehört haben, hier mal ein paar kleine Informationen:
Gegründet wurde dieser Verein am 28.03.1992, als Gewerkschaft von Fahrern für Fahrer. Ja Ihr lest richtig. Diese „Gewerkschaft“ gibt es schon seit nun mehr 24 Jahren und selten hat mal einer was von denen gehört und noch seltener hat sich ein zahlendes Mitglied dort hin verirrt. Es sollen ja angeblich mal sehr viele dort Mitglied gewesen sein. Naja lassen wird das. Zurück zum Interview.

In dem Interview werden Willy Schnieders (Bundesvorsitzender der KFG) und Franz Xaver Winklhofer (stellv. Bundesvorsitzender und Pressesprecher des Vereins) zu der aktuellen Lage „der Nation“ befragt.

Das was ich hier schreibe, spiegelt lediglich meine Meinung zu eben diesem Interview dar und soll eigentlich nur das aufzeigen, was ich meine zwischen den Zeilen der Aussagen gelesen zu haben.

Das Stück vom Kuchen

Ich fand es Lustig deshalb, weil die Fahrer sich nicht mit solchen Begriffen identifizieren können und wollenlustig lesen zu müssen, das sich Herr Schnieders ein neues Motto gesucht hat. War es lange Zeit das die LKW Fahrer die Sklaven der Wirtschaft seien, so sind wir nun das Missbrauchte Wachpersonal. Denn angeblich macht sich die KFG ja dafür stark, das man die Reguläre Wochenruhezeit von 45 Stunden nicht im LKW verbringen darf. Nur seltsam, das man in der ganzen Zeit nie etwas davon gehört hat. Selbst in der CGB eigenen Deutschen Gewerkschaftszeitung ist davon nichts zu lesen. Siehe DGZ Ausgabe November/Dezember 2015 Seiten 20 und 21Lediglich einen Einseitigen Artikel darüber, das man sich als KFG gegen einen Einige Fahrer befürworten einen Streik dafür, das man dann eher in der Öffentlichkeit gehör findet, da irgendwann keine Warenlieferungen mehr erfolgenStreik der Fahrer ausspricht. Gut, eine Gewerkschaft die ja keine Tarifverträge aushandeln will, braucht sich über einen Streik auch keine Gedanken machen, auch wenn man hier erst mal grundsätzlich Recht hat.

Allerdings war es auch nicht anders zu erwarten das auch die KFG auf diesen Zug aufspringt, denn wenn schon in der Politik seid ein paar Monaten darüber geredet wird, muss man ja auch mit von der Partie sein. Gut ich muss sagen, in meiner Zeit bei der KFG war das mal kurz im Gespräch, aber mehr als mal ein Bericht darüber, das man mit der Situation nicht einverstanden sei, gab es da auch nicht. Da nützt es auch nichts, wenn man auf der Seite der KFG NRW einen Artikel am Anfang des Jahres dazu postet, der dazu noch eine Irreführende Überschrift trägt.

Doch liest man sich mal die „Argumente“ durch, die der Herr Schnieders so äußert, wundert man sich. Denn auf die Aussage der beiden Reporter das einige Fahrer mit der Entscheidung die 45 Stündige Wochenruhezeit nicht mehr im LKW verbringen zu dürfen, nicht einverstanden sind, zeigte sich Herr Schnieders doch stark verwundert.

Zitat:

Es erstaunt mich, das manche Fahrer ihre Ruhezeit lieber im Fahrerhaus verbringen. Eine echte Erholung ist im LKW nicht möglich. …

Nun, das werden wohl eben die „manchen Fahrer“ anders sehen. Doch mit seiner weiteren Ausführung, das viele Osteuropäische Fahrer monatelang in Ihren Trucks hausen, hat er nicht gerade unrecht. Raymond Lausberg von der Belgischen Polizei hat schon mehrfach Bilder veröffentlicht, über die Lebensumstände in den Fahrerhäusern so manches Fahrers aus den MOE Staaten. Auch war er zusammen mit Jan Bergrath einer der ersten, die das Thema mit dem Verbringen der Wöchentlichen Ruhezeit in die Öffentlichkeit brachten. Also so, das es jeder mitbekommt!

Doch hier kommt auch sein neues Motto ins Spiel. Schnieders wörtlich:

Arbeitgeber nutzen die Bereitschaft der Fahrer aus und zweckentfremden sie. Sie werden als Wachpersonal missbraucht, müssen be und entladen.

Würde ich es jetzt auf die Goldwaage legen, dann müsste ich sagen, dass das ja nicht nur bei der Regulären Wochenruhezeit so ist, sondern auch bei der verkürzten und bei der Täglichen Ruhezeit. Aber bei den gemachten Pausen habe ich noch nie einen LKW Fahrer mit einer großen Taschenlampe bewaffnet um seinen LKW schleichen sehen, der Aufpasst, das man ihm die Ladung nicht klaut. Genau wie damals mit der Aussage, wir seien Sklaven der Wirtschaft, weil wir eben be und entladen müssten, gehe ich auch hier nicht mit der Aussage konform, wir würden als Wachpersonal missbraucht. Wenn ich Pause mache (egal welche), dann bin ich erst was essen und dann im Bett am schlafen. Bewachen kann ich dabei meinen LKW nicht! Es ist richtig wenn Schnieders angibt, das die Ruhezeiten zur freien Verfügung des Fahrers dienen sollen, damit sich dieser Erholen kann. Und was anderes machen die Fahrer während Ihrer Pause Ja auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel.eigentlich auch nicht.

Dies war dann der Teil des Interviews, wo man merken konnte, das die KFG auch nur ein Stück vom Kuchen ab haben will, bevor es keinen mehr gibt. Kommen wir jetzt zu dem Teil, von dem aufmerksame Leser wissen, das da eigentlich jemand anderes verantwortlich zeichnet….

Die Missgunst des Erfolges anderer

Wer die Vergangenen 3 oder auch 4 Jahre mitbekommen hat, der weiß, das es da eine Organisation gibt, die allen voran einen Erfolg ganz besonders zu verzeichnen hat. Unsere Probleme sind im Bundestag und im EU Parlament angekommen und werden gehört. Und das seltsamerweise erst nachdem Fahrer auf die Straße gegangen sind, eine Petition beim EU-Parlament eingereicht wurde und dank diverser Politiker und auch Jan Bergrath vom Fernfahrer dafür gesorgt haben, das man auf die Probleme aufmerksam wurde. Es mag sein, das die KFG hier vielleicht was ähnliches getan hat, doch das lässt sich wie immer nicht nachvollziehen.

Im Interview wurde zu Recht die Frage gestellt, warum man eigentlich Mitglied bei der KFG werden sollte, da es ja noch die ver.di gebe, die um die Gunst der Fahrer buhlen würde. Klar das die beiden Obersten des Vereins Ihr Mantra abspulten. Wobei… eigentlich war es nur der Herr Winklhofer der sagte:

Wir sehen uns als die wirkliche Vertretung der Kraftfahrer, da bei uns jedes Vorstandsmitglied über jahrelange Erfahrung in der Branche verfügt. Das unterscheidet uns von der Konkurrenz.

Aha, die KFG sieht sich also als Konkurenz zur verdi? Nunja, man merkt das dort einer zu sehr lustigen Scherzen aufgelegt war. Wie ich ja schon mehrfach in diesem Blog geschrieben habe, war ich ein Teil der KFG. Nicht nur als zahlendes Mitglied, sondern auch als aktives Vorstandsmitglied. Und wenn ich ehrlich bin, Konkurrenz zur ver.di… Ähm…. Noch nie gewesen und wird es auch nicht sein. Auch wenn ver.di oftmals auf dem Rücken der Fahrer Ihre eigenen Interessen vertreten mag, so spielt diese DGB Gewerkschaft doch deutlich in einer anderen Liga. Und in diese wird die KFG niemals kommen.

 

Außerdem konnten wir in den vergangenen Jahren einige Erfolge vorweisen. Es ist der KFG zu verdanken, dass sich die Bundesregierung und der Deutsche Bundestag intensiv mit den Problemen der Kraftfahrer /-innen befassen. Mit zahlreichen Schreiben an die Bundeskanzlerin, die jeweils amtierenden Bundesverkehrsminister und in vielen Gesprächen mit führenden Abgeordneten hat die KFG auf Änderungen in den Gesetzen zu Gunsten der Fahrer gedrängt.

Nun Herr Winklhofer, genau wie bei der Geschichte mit den Parkplätzen für LKW’s, an der die KFG angeblich beteiligt gewesen sein will, ist es auch hier wieder anderen zu verdanken, dass das was Sie beschreiben erreicht wurde. Denn auch wie bei dem Runden Tisch zu der Parkplatz Situation waren viele Anwesend, nur die KFG nicht. Und dennoch behauptet man hier, das ausschließlich die „Gewerkschaft“ die heutigen Baumaßnahmen auf den Weg gebracht hätte.

Liest man weiter, kommen mir die Tränen. Nicht vor Trauer, sondern vor Lachen:

Wir haben es beispielsweise verhindert, dass ein durchgängiges Überholverbot auf für LKW auf allen zweispurigen Autobahnen eingeführt wird. Auch die erfolgreiche Petition zur Verbringung der Wochenruhzeit ist der KFG zu verdanken. Durch intensive Kontaktpflege und direktem Austausch mit Vertretern in Politik und Organisationen sowie durch unermüdliche Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärung trägt die KFG wesentlich dazu bei, die Bedeutung der Berufskraftfahrer ins Bewusstsein zu rücken, das Image zu verbessern und auf die Probleme der Branche aufmerksam zu machen.

Das muss man erst mal sacken lassen und sich dann folgende Fragen stellen:

  1.  Überholverbot verhindert? Warum hat man davon nie irgendwas gelesen? Weder in der DGZ noch in einem Rundschreiben des Verkehrsausschusses des Bundestages?
  2. Eine Petition? Stimmt die hat es gegeben, aber von einer „Gewerkschaft“ ? Sollte eine Gewerkschaft da nicht andere Möglichkeiten nutzen können ausser eine Petition?
  3. Ich weiß nicht was man in der KFG unter unermüdliche Öffentlichkeitsarbeit versteht, doch ich denke ich kann hier für die Allgemeinheit sprechen: Gesehen hat davon nie einer was! Öffentlichkeitsarbeit beschränkt sich nicht nur auf die Mitglieder.

Zum Ende des Interviews, gab es dann noch einen, für mich unmissverständlichen Kommentar des Herrn Schnieders:

 

Letztendlich muss jeder Fahrer und jede Fahrerin selbst entscheiden, welcher Gewerkschaft er oder sie beitritt. Wichtig ist, dass sich die Fahrer überhaupt organisieren. Viele Fahrer beschweren sich über Missstände, organisieren sich aber nicht.

falsch
Auszug aus der Fernfahrer 01/2015.

Wenn ich noch an die Aussage des Herrn Schnieders denke, die er letztes Jahr im Rahmen eines Artikels im Fernfahrer verlauten lies, das man in der KFG Siehe Fernfahrer Ausgabe 01/2015 Thema des Monats in der Herr Schnieders auch zu lesen istkeine Tarifverträge aushandelt, dann könnte man jetzt hier hinein interpretieren, das man sich zwar wünscht, das die Fahrer sich zwar organisieren, aber bitte nicht in der KFG!

Gut, warum soll ich auch in einen Verein eintreten, der den Status einer Gewerkschaft nur in den Träumen der Vorstandsmitglieder und „geblendeten“ Mitglieder hat? Helfen kann mir dieser dann nur bedingt bis gar nicht.

Fazit

Ich weiß so ein Fazit ist nervig. Denn eigentlich spiegelt es nur das in kurzen Worten wieder, was ich bereits geschrieben habe.

Aber fassen wir das ganze mal so zusammen, wie es sich mir darstellt:

Ich kann mich durchaus irren, aber wieder einmal zeigt die KFG das nichts als heiße Luft da raus kommt, wo eigentlich was produktives raus kommen sollte. Die KFG versteht sich zwar als Anwalt der Fahrer, aber ich habe es schon damals gesagt und sage es heute noch mal: Der Anwalt den man mit der KFG darstellen will, muss man erst noch werden. Das Interview zeigt wieder einmal, das die KFG letztendlich Verpennt hat, mit den, für die Branche brisanten Themen, an die Öffentlichkeit zu gehen. Und noch viel mehr hat Sie es verpennt Öffentlichkeitsarbeit überhaupt zu leisten. Es ist wie die letzten 24 Jahre auch: Man sieht und hört nichts von diesem Verein. Und ich bleibe dabei: Es ist und bleibt auch nur ein Verein! Gewerkschaft? Lächerlich, denn hierzu müssten Sie erst einmal Tarifverträge verhandeln können und auch wollen!

Durch dieses Interview wollte man sich wieder einmal mit dem Erfolg anderer Schmücken und so die wahren Erfolgerbringer in den Hintergrund stellen. Ich will nicht abstreiten, dass das was in dem Interview geschrieben steht, auch wirklich so passiert ist. Doch das die KFG für den ganzen Ablauf, Sie seien dafür verantwortlich, das unsere Probleme in Berlin gehört würden,  denke ich eher, das die Besuche der A.I.D.T Vertreter in Berlin und das ganze vorher (Demos und Petitionen), eher etwas damit zu tun haben, aber nicht die KFG. Man bedenke, das die KFG seid nun mehr 24 Jahren existiert. Kaum einer kennt Sie. Kaum einer weiß ob Sie überhaupt etwas geleistet haben. Da ist es logischerweise einfach, etwas in den Raum zu stellen, was man nicht überprüfen kann.

Also noch mal. Ich zweifel nicht daran, das man innerhalb der KFG sich eventuell um die Themen gekümmert haben könnte. Doch was die unermüdliche Öffentlichkeitsarbeit anbelangt, so denke ich, haben die KFG und wir Fahrer da unterschiedliche Ansichten darüber was man so darunter versteht. Daher hege ich Zweifel daran, das man hier etwas anderes im Sinn hat, als sich mit fremden Federn zu schmücken.

In diesem ganzen Zusammenhang sollte man auch den Kommentar von Gregor Ter Heide beachten, denn er liefert die Notwendigen Erklärungen in bezug darauf, ab wann man sich als eine Gewerkschaft bezeichnen darf.

 

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Christian

Ich bin aktiver Berufskraftfahrer und kein Rechtsanwalt, auch wenn ich hier über Rechtliche Themen schreibe. Ich war in der Vergangenheit für eine Gewerkschaft auf Landesebene im Vorstand und als Betriebsratsvorsitzender bei einem Zeitarbeitsunternehmen im Ruhrgebiet tätig. Auch wenn ich den Beruf selber erst seid Mitte der 1990er Jahre ausübe, so habe ich damit durch meinen alten Herrn schon mein ganzes Leben mit dieser Branche zu tun. Ich war sowohl im Internationalen Fernverkehr, sowie derzeit auch im Nahverkehr tätig. Ich betreibe diesen Blog ausschließlich Just4Fun und vieles spiegelt lediglich meine Meinung wieder, die keiner gut finden muss oder soll! Selber zählen ich mich zu denen, die diesen Beruf nicht machen, weil Sie es müssen, sondern weil Sie es wollen. Auf Deutsch, es ist mein Traumjob.

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Wie man den Erfolg anderer schmälern kann

by Christian time to read: 18 min
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